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Pensionierungswelle in der Justiz besonders stark

Die Pensionierungswelle bei Richtern und Staatsanwälten fällt in Sachsen-Anhalt höher aus als in den meisten ostdeutschen Bundesländern. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Richterzeitung, die der Richterbund herausgibt, bei den Justizministerien. Bis zum Jahr 2033 verliert das Land demnach 390 seiner heute aktiven 814 Richter und Staatsanwälte. Noch größer ist die Pensionierungswelle den Daten zufolge nur in Thüringen, wo binnen zehn Jahren 415 von derzeit 823 Juristen die Justiz verlassen - und somit rund die Hälfte.
Justiz
Ein Justizbeamter steht in einem Gerichtssaal. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

In Mecklenburg-Vorpommern liegt die Quote bei 45 Prozent, in Brandenburg und Sachsen mit jeweils 42 Prozent etwas niedriger. In Berlin gehen 39 Prozent der Justizjuristen bis 2033 in den Ruhestand.

Der Geschäftsführer des Deutschen Richterbundes, Sven Rebehn, sagte, die ostdeutschen Bundesländer seien von der Pensionierungswelle besonders betroffen, weil dort zahlreiche Juristen direkt nach der Wiedervereinigung ihren Dienst begonnen hätten und nun das Ruhestandsalter erreichten.

«Der Generationswechsel fällt in eine Zeit, in der die Justiz in einem harten Wettbewerb um die besten Köpfe mit deutlich besser bezahlenden Unternehmen und Anwaltskanzleien steht», so Rebehn. «Wollen die Länder weiterhin in ausreichender Zahl gute Juristen für die Rechtsprechung gewinnen, braucht es vor allem eine höhere Besoldung und moderne Arbeitsplätze auf der Höhe der digitalen Zeit.»

Sachsen-Anhalt hat den Generationenwechsel in der Justiz seit mehreren Jahren im Blick und die Zahl der Einstellungen gesteigert. Im vergangenen Jahr etwa waren laut Justizministerium 40 neue Juristinnen und Juristen für die Gerichte und Staatsanwaltschaften gewonnen worden. Auch für das laufende Jahr werden Neueinstellungen in ähnlicher Höhe angestrebt, hieß es aus dem Justizministerium. Kandidatinnen und Kandidaten erhielten individuelle Angebote.

Zudem hatte Sachsen-Anhalt das Rotationsprinzip bei den Richtern auf Probe abgeschafft. Sie müssen nicht mehr zwangsweise an unterschiedliche Orte. Es wird auch stärker den Interessen der Bewerber mit Blick auf die Fachrichtungen und Regionen entsprochen. So konnten auch im laufenden Jahr mehr Richterinnen und Richter auf Probe eingestellt werden als zum gleichen Zeitpunkt im Jahr 2022, wie es aus dem Ministerium weiter hieß. Insgesamt seien derzeit in Sachsen-Anhalt mehr als 130 Proberichter tätig.

© dpa
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