Universität in Halle bekommt erstmals eine Rektorin

Die größte Uni Sachsen-Anhalts steckt mitten in einem strukturellen Umbruch und bekommt dafür nun eine neue Rektorin. Sie heißt Claudia Becker und ist die erste Frau in diesem Amt an der MLU.
Die Statistikprofessorin Claudia Becker spricht auf einer Pressekonferenz. © Hendrik Schmidt/dpa

Claudia Becker ist zur neuen Rektorin der Martin-Luther-Universität (MLU) Halle-Wittenberg gewählt worden. Sie erhielt im vierten Wahlgang am Mittwoch 20 von 25 Stimmen des Senats, wie eine Sprecherin der MLU am Mittwoch mitteilte. Becker folgt auf den Rechtswissenschaftler Christian Tietje, der vier Jahre lang an der Spitze der Hochschule stand und seine Kandidatur nach einer krachenden Wahlniederlage im ersten Wahldurchgang zurückgezogen hatte. Als dritter Kandidat hatte sich der amtierende Dekan der Medizinischen Fakultät, Michael Gekle, um das Amt beworben.

«Ich freue mich auf die Zusammenarbeit bei allen Problemen, die uns drücken», sagte Becker kurz nach ihrer Wahl am Mittwoch. Becker - Jahrgang 1967 - war zuletzt Professorin am Lehrstuhl für Statistik an der MLU. Sie ist die erste Frau in dem Amt der Rektorin an der MLU. Ihre Amtszeit beginnt am 1. September 2022 und dauert bis zum 31. August 2026.

Die neue Rektorin hat schwerwiegende Aufgaben zu bewältigen. Der Universität steht vermutlich über Jahre hinweg ein harter Sparkurs bevor. Ein entsprechendes Sparpaket war erst in diesem Jahr im Senat verabschiedet worden. Nach wie vor regt sich insbesondere seitens der Studierendenschaft Widerstand gegen die Einschnitte. Die Landesregierung hatte weitere finanzielle Zugeständnisse weitgehend abgelehnt. Aus Sicht des Wissenschaftsministeriums seien langfristige Absprachen verschleppt und Anpassungen an das Budget nicht vorgenommen worden.

Der im Uni-Senat vollzogene Beschluss sieht konkret Einsparungen von etwa zehn Millionen Euro vor. Es droht die Streichung von etwa 4000 der insgesamt rund 21.000 Studienplätze. Zudem sind 25 der rund 355 Professuren bedroht. Außerdem könnten ganze Studiengänge von derzeit 260 Angeboten wegfallen. Bereits im Wintersemester sollen kleinere Fächer gestrichen werden. Das könne die Bachelor- und Masterstudiengänge in den Bereichen Gräzistik, Vorislamischer Orient, Indologie sowie Südasienkunde betreffen, hieß es zuletzt aus Senatskreisen.

Die 500 Jahre alte Universität hat 21.000 Studierende. Es gibt 260 Studienangebote, darunter in Geistes- und Wirtschaftswissenschaften sowie Medizin.

© dpa
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