Zahl der Waldbrände im ersten Halbjahr gestiegen

Sachsen-Anhalts Wälder sind trocken. Damit ist auch die Gefahr von Waldbränden hoch. Schon im ersten halben Jahr mussten landesweit mehr Feuer als im Vorjahr gelöscht werden.
Ein Löschfahrzeug der Feuerwehr fährt zu einem Einsatz. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

In den ersten sechs Monaten hat es in Sachsen-Anhalt mehr als doppelt so viele Waldbrände gegeben wie im gesamten Jahr 2021. Von Januar bis Ende Juni 2022 brannten nach Angaben des Landeszentrums Wald Sachsen-Anhalt bei 80 Bränden insgesamt knapp 18 Hektar. Im Vorjahreszeitraum waren es 24 Brände auf gut 12 Hektar, im gesamten Vorjahr hat es 39 Mal auf 23 Hektar gebrannt. Die «Volksstimme» hatte zuvor darüber berichtet.

Insgesamt habe es viele kleinere Brände gegeben, sagte Sylke Mattersberger vom Landeszentrum Wald am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Nur vereinzelt sei es zu größeren Feuern gekommen. Die Ursachen seien oft unbekannt, sagte sie. Viele Fälle mutmaßlicher Brandstiftung ließen sich zudem oft schlecht aufklären.

Dass es in diesem Jahr bisher zu mehr Bränden gekommen ist, liegt vor allem an der Trockenheit. Es sei deutlich trockener als im Vorjahr, sagte Mattersberger. Zudem sei die Zahl der Waldbrände im gesamten Jahr 2021 im Vergleich eher gering gewesen. Seit 2015 gab es nur im Jahr 2017 mit 23 Bränden weniger. Die meisten Waldbrände brachen seitdem mit 171 Feuern im Dürrejahr 2018 aus.

Mattersberger warnt vor weiteren Waldbränden in diesem Jahr. Die Lage werde sich weiter verschärfen, sagte die Sachgebietsleiterin für den Waldschutz. In den meisten Regionen gilt mittlerweile die Waldbrandgefahrenstufe 4 (hohe Gefahr), in vielen gilt ab Dienstag sogar die Stufe 5 (sehr hohe Gefahr). Je nach Gefahrenstufe wird die Überwachung intensiviert und es werden Schutzmaßnahmen eingeleitet.

Am Montag brannte es in einem Wald bei Thale im Landkreis Harz. Am Mittag standen etwa 500 Quadratmeter in Flammen. 50 Feuerwehrleute waren nach Angaben des Landkreises im Einsatz.

Sachsen-Anhalt unterhält ein automatisches Waldbrand-Frühwarnsystem. Die Elektronik auf den 15 bestehenden Sensorstandorten ist zuletzt grundlegend erneuert worden. Im Mai hatte das Land für die Brandbekämpfung zudem 14 spezielle Tanklöschfahrzeuge ausgeliefert. Jeder Landkreis und jede kreisfreie Stadt in Sachsen-Anhalt verfügt seitdem über ein Fahrzeug, das auch für den Einsatz bei Wald- und Vegetationsbränden gut geeignet ist. Die Kosten je Fahrzeug belaufen sich nach Angaben des Innenministeriums auf rund 330.000 Euro. Das Land hat davon den Großteil übernommen.

Sachsen-Anhalt gehört mit einer absoluten Waldfläche von 532.480 Hektar und einem Waldflächenanteil von 26 Prozent zu den waldärmeren Bundesländern in Deutschland.

© dpa
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