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Nationalpark Harz: Schutzgebiet wichtig für Daseinsvorsorge

In einigen Bundesländern wird über mehr und größere Nationalparks debattiert. Den Nationalpark Harz gibt es seit vielen Jahren. Welche Erfahrungen hat man dort gesammelt?
Nationalpark Harz
Abgestorbene Fichten stehen im Nationalpark Harz. © Julian Stratenschulte/dpa

Der Nationalpark Harz ist aus Sicht der Parkverwaltung ein wichtiger Teil der Daseinsvorsorge für den Menschen. Die Region sei eines der größten Trinkwassereinzugsgebiete Deutschlands, sagte Nationalpark-Sprecher Martin Baumgartner auf dpa-Anfrage. In Deutschland wird in mehreren Bundesländern über zusätzliche Schutzgebiete oder ihren Ausbau diskutiert.

Die Bedeutung des Nationalparks gehe weit über den Schutz von Arten oder Lebensräumen hinaus, sagte der Sprecher. Er sorge auch für saubere Luft sowie Klima- und Hochwasserschutz oder locke Touristen in die Region. Nicht zuletzt würden weite Teile Niedersachsens mit Trinkwasser aus den Harzer Talsperren versorgt werden. «Der Nationalpark Harz ist Quellgebiet vieler der Harzer Bäche und Flüsse, aus denen unser Trinkwasser stammt», sagte Baumgartner.

Der Nationalpark Harz erstreckt sich über die Bundesländer Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Der Teil in dem östlichen Bundesland wurde 1990 gegründet, 1994 folgte der niedersächsische Schutzbereich. Der Nationalpark umfasst eine Fläche von rund 25.000 Hektar und ist laut Parkverwaltung einer der größten Waldnationalparks Deutschlands. Demnach leben dort rund 10.000 verschiedene Arten. Auf drei Viertel der Fläche wird nicht in die Entwicklung der Natur eingegriffen.

Direkter Nachbar des Nationalparks sind die Niedersächsischen Landesforsten, die den Landeswald des Bundeslandes bewirtschaften. Nationalparks hätten ihre Daseinsberechtigung, würden aber nur einen Teil der Biodiversität schützen, sagte Landesforsten-Sprecher Michael Rudolph. «Zahlreiche, waldtypische Arten sind aber auf bewirtschaftete Wälder als Lebensräume angewiesen.» Für den Schutz der Biodiversität braucht es aus Sicht der Landesforsten eine Mischung von bewirtschafteten und urwaldähnlichen Wäldern.

Zudem ergänzte Rudolph, dass in Nationalparks kein Holz geerntet werde. Das fehle als «regional verfügbarer, nachwachsender Rohstoff, der für die Erreichung der Klimaschutzziele von großer Bedeutung ist».

Im konkreten Fall des Harzes stelle der Nationalpark den bewirtschafteten Wald beim Borkenkäfer vor Herausforderungen. Da im Nationalpark nicht in die Natur eingegriffen werde, habe sich der Schädlingskäfer dort stark vermehren können und sei dann auf den Landeswald übergesprungen.

© dpa
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