Lange Wartelisten für den Musikunterricht in Sachsen-Anhalt

Ein Instrument zu lernen, gehört für viele Kinder und Jugendliche dazu. Das landesweite Netz der Musikschulen hat ein großes Angebot. Allerdings können viele Wünsche vorerst nicht erfüllt werden.
Christian Reineke, Geschäftsführer vom Landesverband der Musikschulen Sachsen-Anhalt. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Wer ein Instrument lernen möchte, muss an den Musikschulen in Sachsen-Anhalt mit langen Wartezeiten rechnen. «Für den Klavierunterricht sind es aktuell bis zu vier Jahre», sagte Christian Reineke, Geschäftsführer des Landesverbands der Musikschulen Sachsen-Anhalt. Grund dafür ist laut Reineke vor allem der Mangel an Nachwuchslehrkräften.

Während vor sechs bis sieben Jahren noch circa 20.000 Schülerinnen und Schüler an den staatlich anerkannten Musikschulen in Sachsen-Anhalt ein Instrument lernten, sind es aktuell nur rund 17 500. Und das liege nicht am fehlenden Interesse: Landesweit stünden insgesamt etwa 2000 Kinder und Jugendliche auf den Wartelisten. Ganz besonders beliebt ist nach wie vor das Klavier, so Reineke. Danach folgen Gitarre, Violine und Blockflöte auf der Beliebtheitsskala.

500.000 Euro soll den Musikschulen für die Schaffung neuer Stellen zur Verfügung stehen, um dem Lehrkräftemangel entgegenzuwirken. So hatte es der Landtag im Mai in seinem Haushaltsplan beschlossen. «Gerade im ländlichen Raum findet und bindet man junge Lehrkräfte nur über Festanstellungen», betonte Reineke. Die Förderung sei somit ein starkes Signal an die Musikschulen und die musikalische Bildung als wichtiger Bestandteil der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.

Um die Digitalisierung im Musikunterricht voranzutreiben, hatten die 20 staatlich anerkannten Musikschulen des Landesverbands im vergangenen Jahr bereits 200.000 Euro vom Wirtschaftsministerium erhalten. Mit dem Geld wurden alle festangestellten Lehrkräfte mit einem Tablet für den Online-Unterricht ausgestattet. Zwar kann die digitale Lehre den Präsenzunterricht perspektivisch ergänzen, so der Geschäftsführer, nicht aber vollständig ersetzen.

© dpa
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