Unesco-Welterbe: «LutherMuseen» wollen noch lebendiger sein

Zeitgemäß und neu denken - an authentischen Orten der Reformation, die mit Luthers Thesenanschlag vor gut 500 Jahren in Wittenberg begann. Doch was bewegt die Menschen heute? Wie steht es um Luther?
Eine Rote Skulptur ist im Hof des Lutherhauses im Schatten von Bäumen zu sehen. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt stellt sich neu auf. Unter dem Logo «LutherMuseen» gehe darum, die Geschichte der Reformation mit der Realität, der Lebenswelt der Besucher von heute noch mehr zu verknüpfen. «Wir wollen neu denken, lebendige, spannende Orte der Bildung und Kultur sein», sagte der Direktor der Stiftung, Stefan Rhein, am Dienstag in Wittenberg. Ziel sei es, mit neuen Formaten, Ideen und Methoden, vor allem noch mehr junge Menschen und Familien anzusprechen.

«Jetzt gilt es, die Museen noch mehr mit Leben zu erfüllen, eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zu den heutigen gesellschaftspolitischen Fragen zu sein», sagte Rhein. So ist eine neue Dauerausstellung im Luther-Museum 2025 in Wittenberg geplant. Darin sollen auch Luthers Haltung zum Judentum und seine antisemitischen Äußerungen noch näher aufgearbeitet werden.

In Wittenberg sorgt indes ein antijüdisches Relief aus dem Mittelalter an der Stadtkirche weiter für Diskussionen darüber, wie künftig mit der Skulptur selbst und einer Mahn- und Gedenkplatte am Fuße der Kirche umgegangen werden soll. Die Stiftung sehe das Relief als einen Teil der Geschichte des Mittelalters.

Ein von der Stadtkirchengemeinde beauftragtes Expertengremium hatte empfohlen, die antijüdische Skulptur zeitnah zu entfernen. Die Gemeindeleitung kündigte daraufhin an, über das weitere Vorgehen zu beraten. In der Stadtkirche hatte Luther gepredigt, sie gilt als Ursprungskirche der Reformation.

Die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt habe sich unterdessen in ihren 25 Jahren des Bestehens mit pädagogischen Angeboten und Ausstellungen auch zu einem wichtigen Ort der außerschulischen Bildung entwickelt. Jährlich seien rund 12.000 Schülerinnen und Schüler gekommen. Insgesamt 3,1 Millionen Menschen aus dem In- und Ausland besuchten den Angaben zufolge seit 1997 die Museen der Stiftung in Wittenberg, Eisleben und Mansfeld. Allein 2017 zu «500 Jahre Reformation» kamen 250.000 Gäste.

Die Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt mit fünf Museen gehören zum Unesco-Welterbe. Rund 60 Millionen Euro wurden seit 1997 in die Restaurierung, denkmalpflegerische Sanierung und Erweiterung der Gebäude investiert, wie Rhein sagte. Die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt pflegt und erforscht die Geschichte der Reformation, die eng mit Martin Luther (1483-1546) verbunden ist.

Der Überlieferung nach schlug der Theologe am 31. Oktober 1517 in Wittenberg seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel der Kirche, sich von Sünden freizukaufen, an die Tür der Schlosskirche. Dies gilt als Beginn der Reformation in Kirche und Gesellschaft. Kritiker sprechen von einer Spaltung.

Luther hatte sich laut Historikern vor allem am Ende seines Wirkens antisemitisch geäußert. Er war 1483 in Eisleben geboren worden, wo er 1546 auch starb. Im benachbarten Mansfeld verbrachte er seine Kindheit, den Großteil seines Lebens in Wittenberg. In der Schlosskirche ist sein Grab, auch das seines Wegbegleiters Philipp Melanchthon.

© dpa
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