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Maßnahmen gegen Lehrermangel zeigen erste Erfolge

Der Lehrermangel bleibt in Sachsen-Anhalt eine zentrale Herausforderung. Auch mit einer Unterrichtsstunde pro Lehrkraft mehr bleibt an vielen Schulen Ausfall vorprogrammiert. Eine Schulform bleibt besonderes Sorgenkind.
Unterricht an einer Grundschule
Eine Lehrerin schreibt in einer Grundschule Wörter mit «Sp» am Anfang an eine Tafel. © Sebastian Gollnow/dpa

Die sechswöchigen Sommerferien sind in Sachsen-Anhalt vorbei - am Donnerstag beginnt für rund 213.000 Schülerinnen und Schüler das neue Schuljahr. Darunter sind etwa 2100 Jungen und Mädchen, die eingeschult werden. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen an den Schulen insgesamt habe sich im Vergleich zum vorigen Schuljahr um fast 4000 erhöht, sagte Bildungsministerin Eva Feußner. Dennoch geht ihr Ministerium von einer verbesserten Unterrichtsversorgung aus. Die Details zum neuen Schuljahr 2023/24:

Unterrichtsversorgung: Sachsen-Anhalt hat diverse Maßnahmen ergriffen, um den Unterricht an den Schulen so gut wie möglich abzusichern - unter anderem stehen Lehrerinnen und Lehrer nun eine Stunde pro Woche länger vor der Klasse. Zudem haben die Schulen Budgets, um sich Kräfte einkaufen zu können, etwa als Ersatz für Langzeiterkrankte. Diese Maßnahmen griffen, sagte Bildungsministerin Feußner. Das neue Schuljahr beginne mit einer schulformübergreifenden Unterrichtsversorgung von rund 95,5 Prozent und damit mit einem besseren vorläufigen Wert als noch das vorige Schuljahr. «Ich gehe mit Optimismus ins neue Schuljahr», sagte Feußner.

Sorgenkind unter den Schulformen bleibe weiter die Sekundarschule, bei der man derzeit von einer Unterrichtsversorgung von 88,5 Prozent ausgeht. An den Gymnasien liege der vorläufige Wert bei 100,4 Prozent, bei den Grundschulen bei 96,9 Prozent. Die Ministerin sagte, Lehrkräfte könnten etwa von Gymnasien an besonders unterversorgte Sekundarschulen zeitweise abgeordnet werden. Erklärtes Ziel der Koalition von CDU, SPD und FDP ist eine Unterrichtsversorgung von 103 Prozent, um Ausfälle etwa wegen Krankheit oder Elternzeit abfedern zu können.

Lehrkräfte: Derzeit gibt es an den allgemeinbildenden Schulen im Land rund 14 100 Lehrkräfte im Landesdienst, hinzu kommen rund 1800 Lehrkräfte an den berufsbildenden Schulen. 1400 Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger stehen vor den Klassen. Ihre Zahl ist kontinuierlich gestiegen - und wird es weiter tun. Das zeigt ein Blick auf die Neueinstellungen: In diesem Jahr wurden laut dem Ministerium bisher 883 Lehrkräfte gewonnen, unter ihnen seien 386 Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger. Das Land hat zudem 114 befristete Arbeitsverträge von ukrainischen Lehrkräften verlängert.

Schülerinnen und Schüler: Die Zahl der Schülerinnen und Schüler hat sich in Sachsen-Anhalt binnen eines Jahres um fast 4000 erhöht. Den demografischen Trend gebe es seit mehreren Jahren und er werde auch noch anhalten, sagte die Bildungsministerin. Zu einem deutlichen Plus bei den Schülern trugen zuletzt auch ukrainische Kinder und Jugendliche bei: Vor den Sommerferien wurden hierzulande rund 5400 vor dem russischen Angriffskrieg geflüchtete Jungen und Mädchen unterrichtet.

Weitere Unterstützung an den Schulen: In diesem Jahr wurden laut dem Bildungsministerium zudem 286 pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt, die Gesamtzahl dieser Kräfte liegt bei rund 1900. Sie können im und außerhalb des Unterrichts unterstützen. Zudem wurden 44 Schulverwaltungsassistenten neu engagiert, für 38 weitere soll es bereits Einstellungszusagen geben.

Gendern: In einem Schulleiterbrief zum neuen Schuljahr hatte die Bildungsministerin die Nutzung von Gender-Sternchen und ähnlichen Schreibweisen, die die bewusste Ansprache aller Geschlechter zum Ziel haben, im Schulkosmos untersagt. Daraufhin begann eine rege öffentliche Diskussion. Feußner sagte am Mittwoch: «Ich verstehe die ganze Aufregung nicht.» Sie beziehe sich auf die Entscheidung des Rats für deutsche Rechtschreibung, die Sonderzeichen nicht in das Regelwerk aufzunehmen. «Und wenn wir uns in Deutschland ein Regelwerk geben in Form eines Dudens, dann ist das natürlich auch verbindlich für die Schulen.» Nur darauf habe sie hingewiesen, übrigens ganz am Ende des fünfseitigen Schreibens.

Kritik: «Das ist kein guter Start ins neue Schuljahr», urteilte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). «Nach wie vor herrscht an Sachsen-Anhalts Schulen eine miserable Unterrichtsversorgung.» Die sogenannte Vorgriffsstunde für die Lehrkräfte wirke demotivierend, sei nicht die geeignete Lösung gegen den Lehrkräftemangel und gehöre abgeschafft, so GEW-Chefin Eva Gerth. Die Gewerkschaft wies zudem auf die Probleme bei der Auszahlung der zusätzlichen Stunde hin, die bislang noch nicht monatlich organisiert sei. Die Bildungsministerin wies darauf hin, dass man an einer technischen Lösung arbeite.

© dpa
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