Ankunftskita für Kinder mit Fluchthintergrund eröffnet

Um auf den hohen Bedarf an Kinderbetreuung für geflüchtete Familien insbesondere aus der Ukraine zu reagieren, gibt es in Magdeburg nun eine neue Kita. Dort spielen und lernen die Kinder gemeinsam - auf verschiedenen Sprachen. Auch das Team ist international.
Erzieher Uli (r) notiert sich auf dem Spielplatz der Kinderbetreuung Mandala die Namen der neuen Kinder. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Für Kinder aus Familien mit Flucht- und Migrationsgeschichte gibt es in Magdeburg nun eine neue Kita. In der sogenannten Ankunftskita gibt es insbesondere Plätze für ukrainische Kinder, aber auch für alle anderen Familien ist das Angebot grundsätzlich offen. «Wir haben etwa ein Drittel ukrainische Familien, ein Drittel muslimische Familien und das letzte Drittel verteilt sich auf weitere internationale Kinder und vor allem auch auf Deutsche», sagte Kita-Geschäftsführerin Claudia Rondio angesichts der Eröffnung am Montag. Insgesamt seien von den 125 Plätzen schon 70 mit Anfragen belegt.

Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben oft einen Migrations- und Fluchthintergrund. Sie sprechen beispielsweise Kurdisch, Türkisch, Arabisch, Ukrainisch und Russisch. Bundesfreiwillige kommen unter anderem aus Spanien oder auch Thailand. Bei ukrainischen Fachkräften sei allerdings oft das Problem, dass deren Dokumente nicht vollständig seien. Auch ausreichende deutsche Sprachkenntnisse seien oft nicht nachweisbar, was jedoch die Voraussetzung für einen Arbeitsvertrag sei, so Rondio.

Auf rund 400 Quadratmetern können die Kinder künftig miteinander spielen und lernen. «Kinder lernen von Kindern auch sprechen», sagte die Geschäftsführerin. Die Stadt Magdeburg habe massiv zur schnellen Realisierung beigetragen. Der Betrieb ist zunächst bis Ende 2023 geplant. Die Befristung sei insbesondere bei der Suche nach Beschäftigten eine Herausforderung gewesen. «Ich bin selber überrascht, begeistert, euphorisch, dass das überhaupt geklappt hat», sagte Rondio. Der Kitaträger Mandala betreibt schon eine interkulturelle Kita in Magdeburg. In Zukunft sollen beide Einrichtungen immer wieder bei Ausflügen oder Projekten in Kontakt sein.

Bis ins letzte Detail ist noch nicht alles ausgestattet. Einige Dinge konnte sich die Ankunftskita bei anderen Trägern ausborgen. Auch geschenkt bekommen hat die Einrichtung das ein oder andere. «Jeder Kinderpopo hat einen Stuhl und vor sich einen Tisch», sagte die Geschäftsführerin. Gebraucht werden allerdings noch mehrsprachige Kinderbücher oder Instrumente. Es müsse nicht neu sein, aber von guter Qualität, sagte Rondio.

© dpa
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