Flächenstilllegung: Anbau auf 16.000 Hektar weiter möglich

Das große Streitthema zwischen Bauern und Politik war in den vergangenen Monaten die geplante Stilllegung von Ackerflächen. Die EU hat eine Ausnahme gewährt, der Bund zieht nun mit. Was bedeutet das für Sachsen-Anhalt?
Strohballen liegen auf einem Feld. © Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Aufgrund der Aussetzung der Erweiterung der für die Stilllegung geplanten Ackerflächen bleiben in Sachsen-Anhalt zunächst rund 16 720 Hektar weiter in der Bewirtschaftung. Auf dieser Fläche dürfen die Landwirte im kommenden Jahr unter anderem Weizen, Roggen, Erbsen und Sonnenblumen anbauen, hieß es seitens des Bauernverbands Sachsen-Anhalt. In Sachsen-Anhalt seien bereits jetzt 2,3 Prozent der Ackerflächen stillgelegt, sagte ein Sprecher. Das entspreche rund 22 280 Hektar. Mit der Vorgabe von 4 Prozent Stilllegung wäre diese Zahl auf knapp 39 000 Hektar gestiegen.

Eigentlich sollte ab 2023 eine EU-Vorgabe greifen, wonach ein Teil der Landwirtschaftsflächen dem Artenschutz dienen. Konkret sollten vier Prozent der Ackerflächen stillgelegt werden. Auch der Anbau von derselben Ackerpflanze zwei Jahre in Folge sollte nicht mehr erlaubt sein. Die EU hat angesichts drohender Lebensmittelengpässe infolge des Ukraine-Kriegs aber eine Ausnahme für ein Jahr gewährt. Lange hatte sich Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) gegen den gesamten Vorschlag gewehrt, sich aber vergangene Woche auf einen Kompromiss eingelassen. Im kommenden Jahr sollen die EU-Neuregelungen zu Flächenstilllegung und Fruchtwechsel somit einmalig ausgesetzt werden. Das gilt allerdings nur für die Flächen, die nicht bereits 2021 und 2022 als brachliegendes Ackerland ausgewiesen waren. Die Länder müssen diesem Kompromiss Özdemirs noch zustimmen.

Die Grünen in Sachsen-Anhalt sind mit der Entscheidung Özdemirs nicht glücklich. Die Flächen, die für Naturschutz vorgesehen seien, seien ohnehin weniger ertragreich, sagte der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Wolfgang Aldag. «Ich halte das nicht für zielführend.»

Der Bauernverband rechnet damit, dass auf gut der Hälfte der Flächen, die in Sachsen-Anhalt weiter bewirtschaftet werden dürfen, Weizen angebaut werden könnte. Sollten die Anbaubedingungen in etwa denen in diesem Jahr entsprechen, könnten die für die Stilllegung vorgesehenen Flächen nach Berechnungen des Verbands rund 50 000 Tonnen Weizen abwerfen. Bei guten Bedingungen, also wenig Hitze und mehr Regen, sei auch deutlich mehr möglich, hieß es.

© dpa
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