Heimkontrollen bringen Mängel ans Licht: Fachkräfte fehlen

29.06.2022 Die Corona-Pandemie raubt Bewohnern und Beschäftigten in Pflegeeinrichtungen die Kraft, ebenso Angehörigen. Umso mehr sind Kontrollen nötig, um Mängel aufzudecken.

Eine Mitarbeiterin hält im Landesverwaltungsamt den Tätigkeitsbericht der Heimaufsicht in ihren Händen. © Hendrik Schmidt/dpa

Die Heimaufsicht des Landesverwaltungsamtes hat 2021 angesichts der Corona-Pandemie die Zahl der Kontrollen und Beratungen in Pflegeeinrichtungen erheblich erhöht. Zugleich gab es im Vergleich zu 2019 mehr Beschwerden und Mängelanzeigen von Angehörigen und Beschäftigten, zum Großteil wegen der Personalsituation. Menschen seien in der Pandemie zudem noch sensibler dafür geworden, dass die Dinge im Pflegealltag nicht hingenommen werden müssten, sagte der Präsident des Landesverwaltungsamtes, Thomas Pleye, am Mittwoch.

2021 wurden 864 Kontrollen von den Behörden durchgeführt - vor der Pandemie (2019) waren es 568. Insgesamt 784 Mängel wurden festgestellt (2019: 484). Kritik gab es wegen eines zu geringen Anteils an Fachkräften in Heimen, wegen der Arbeitsbelastung der Beschäftigten, der Wohn-, Pflege- und Betreuungsqualität. Zudem wurde die Einhaltung der Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens bemängelt, etwa in Bezug auf Hygiene- und Besuchsregelungen oder Corona-Testintervalle.

Wegen gravierender Mängel musste nach Angaben der Behörde 2021 aber keine stationäre Pflegeeinrichtung geschlossen werden. Im Land gibt es 700 stationäre Pflegeeinrichtungen mit rund 39.000 Plätzen.

Rund 660 Beschwerden von Angehörigen und Beschäftigten gingen 2021 bei der Heimaufsicht ein, 2019 waren es knapp 400. Häufigste Kritikpunkte waren die Qualität der Pflege und Betreuung in den Einrichtungen. Eine Ursache dürfte die Personallage mit dem Mangel an Fachkräften sein. Dies führe zu einer Überlastung der Beschäftigten.

Der Bedarf an Fachkräften werde auch in den kommenden Jahren steigen, sagte Jens Wiederhold, Leiter der Heimaufaufsicht beim Landesverwaltungsamt. Hintergrund ist, dass laut Prognosen immer mehr ältere und damit auch pflegebedürftiger Menschen als Junge in Sachsen-Anhalt leben werden, da es an Geburten mangelt.

© dpa

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