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Land will mehr angehende Ärzte in Sachsen-Anhalt halten

Viele Mediziner gehen demnächst in den Ruhestand. Politik und Gesundheitsexperten überlegen, was man gegen den Mangel an Ärzten tun kann.
Krankenhaus
Ein Pfeil weist den Weg zur Notaufnahme eines Krankenhauses. © Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

Die Landesregierung will mit einem Maßnahmenbündel die ärztliche Versorgung in Sachsen-Anhalt verbessern. Das Kabinett erörterte dazu am Dienstag mit Vertretern von Ärzten, Krankenkassen, Krankenhäusern und Kommunen verschiedene Optionen. Diese Überlegungen gibt es:

Landarztquote

In Sachsen-Anhalt gehen viele niedergelassene Ärzte in den nächsten Jahren in den Ruhestand. Das Land setzt deshalb seit mehreren Jahren auf eine Landarztquote. Die angehenden Medizinerinnen und Mediziner verpflichten sich, nach dem Studium und der anschließenden Facharztweiterbildung für mindestens zehn Jahre in der hausärztlichen Versorgung in unterversorgten oder drohend unterversorgten Regionen im Land tätig zu sein.

Bei zulassungsbeschränkten Studiengängen wie Medizin ist die Studienplatzvergabe bundeseinheitlich geregelt. Um noch mehr Menschen über die Landarztquote studieren zu lassen und somit in Sachsen-Anhalt zu halten, müsste der von allen Ländern geschlossene Staatsvertrag geändert werden. Das will Sachsen-Anhalt prüfen und mit den anderen Ländern besprechen.

Landzahnarztquote

Sachsen-Anhalt erwägt die Einführung einer Landzahnarztquote. Dafür müssten aber verfassungsrechtliche Voraussetzungen erfüllt werden, hieß es. Gemeinsam mit der Kassenzahnärztlichen Vereinigung wird das im Detail geprüft. Das ergäbe 3 bei insgesamt 40 zur Verfügung stehenden Studienplätzen, hieß es. Die Universitäten planen zudem die Einrichtung eines Masterstudiengangs Landzahnarzt.

Absolventen halten statt mehr Studienplätze

Die Erhöhung der Anzahl der Studienplätze sieht die Landesregierung nicht als erfolgversprechend an, um den Fachkräftemangel zu beheben. Schon jetzt sei die Anzahl der Studienanfängerplätze in Humanmedizin in Sachsen-Anhalt im Verhältnis zur Bevölkerungsanzahl überdurchschnittlich, hieß es. Es ginge stattdessen darum, die Absolventen im Land zu halten, sagte Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD). Man müsse die jungen Menschen von der Attraktivität des Standortes überzeugen.

Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) sprach sich dafür aus, von den Erfahrungen der Landarztquote insgesamt zu lernen. Jeder dieser Studierenden bekomme einen Hausarzt als Mentor an die Seite und sammle frühzeitig Praxiserfahrung, sagte Grimm-Benne. Dies helfe später beispielsweise auch bei Praxisübernahmen und könne die Bleibequote erhöhen.

Was sonst noch?

Die Dauer der Anerkennungsverfahren ausländischer Mediziner soll beschleunigt werden. Weiterhin soll erforscht werden, warum medizinisches Personal aus Praxen abwandert und wie hoch der Bedarf an Fachpersonal in diesem Bereich insgesamt ist.

Die Linke übte Kritik. Die Ergebnisse des Treffens seien «nicht mehr als ein Papiertiger», sagte die gesundheitspolitische Sprecherin Nicole Anger. «Die Landesregierung schlägt heute einige Bausteine vor, betont aber zeitgleich etliche Hemmnisse und Herausforderungen, die eine schnelle Besserung der Gesundheitsversorgung in Sachsen-Anhalt blockieren.» Es gebe keinerlei kurzfristige Maßnahmen zur Verbesserung der Situation.

© dpa
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