Neues Format: «In CO2-Preise verliebt man sich nicht»

Klimaschutz muss auch die Menschen mitnehmen: Entsprechend sollen in Sachsen-Anhalt dringend notwendige Maßnahmen im Austausch mit vielen gesellschaftlichen Akteuren abgestimmt werden. Es besteht akuter Handlungsbedarf.
Sachsen-Anhalts Klimaschutzminister Armin Willingmann kommt in den Plenarsaal des Landtages. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa/Archivbild

Angesichts wachsender Sorgen vor den Folgen des Klimawandels in Sachsen-Anhalt ist in Halle der sogenannte Zukunfts- und Klimaschutzkongress gestartet. Es gehe darum, möglichst alle gesellschaftlichen Akteure in Entscheidungen einzubeziehen und so eine hohe Akzeptanz und Identifikation mit den Maßnahmen zu erreichen, sagte Klimaschutzminister Armin Willingmann (SPD) am Montag. Außerdem erhoffe er sich in dem Rahmen, mögliche Interessenkonflikte stärker in den Blick zu nehmen. Dazu gehörten unter anderem Fragen zu den Flächen für Windkraftanlagen und die Wiedervernässung von Mooren.

Insbesondere Sachsen-Anhalt müsse durch den Klimawandel mit mehr extremen Wetterereignissen rechnen, sagte der Präsident des Umweltbundesamtes, Dirk Messner. Hitze, Trockenheit und Überschwemmungen träten bereits jetzt im Land auf und bedrohten «Gebäude, Infrastruktur und uns Menschen direkt». Noch könne man die Risiken mit entsprechenden Maßnahmen abmildern. Dafür müsse man auch die Gesellschaft motivieren, ein Problembewusstsein schaffen und machbare Lösungen aufzeigen.

Es reiche nicht fertige Lösungen und Technologien zu präsentieren, sagte Messner. «Für diese Lösungen müssen wir die Gesellschaft mobilisieren und gesellschaftliche Akteure miteinander reden.» Es gebe verschiedene Spannungsfelder und Perspektiven. Einen solchen Kongress anzustoßen, könne er in der «Bedeutung nur unterstreichen» und hoffen, dass ein solcher Prozess auch Vorbildcharakter für andere Bundesländer habe.

Im Rahmen des Kongresses sind bis Mitte 2023 Workshops und Fachveranstaltungen im ganzen Bundesland geplant. Zudem sollen Experten in Arbeitsgruppen an wirtschaftlichen, sozial-gesellschaftlichen und vor allem ökologischen Klimaschutzmaßnahmen arbeiten. Was dabei rumkommt, sei noch nicht klar umrissen, sagte Minister Willingmann. Das Thema sei komplex und ganzheitlich zu betrachten. Wir können «diese Dinge nicht nacheinander schalten», sagte der Minister.

Der Chef des Umweltbundesamtes Messner machte klar, dass Klimaschutz ganz maßgeblich im unmittelbaren Wohnumfeld der Menschen stattfinden müsse. «Das Wohlbefinden der Menschen ist stark rückgebunden an die zwei Quadratkilometer um einen herum.» Auf der lokalen Ebene müssten daher mehr Initiativen gefördert werden. In CO2-Preise und Infrastruktur für erneuerbare Energien «verliebt man sich nicht», sagte Messner. In eine lebenswerte Stadt mit Umweltschutz sowie gesunder grüner und blauer Infrastruktur könne man sich hingegen verlieben.

Die Grünen in Sachsen-Anhalts Landtag kritisierten Willingmanns vage Erfolgsaussichten eines solchen Kongresses. Er solle konkret mehr für den Klimaschutz tun, anstatt Kongresse zu veranstalten, sagte Fraktionschefin Cornelia Lüddemann am Montag. «Wir haben keine Erkenntnisprobleme, sondern es hapert bei der Umsetzung.» Es sei keine Zeit, um Kongresse zu veranstalten, sondern klare Taten der Landesregierung beim Ausbau der erneuerbaren Energien, um den Standortvorteil und damit den Jobmotor für das Land zu erhalten, so die Grüne.

© dpa
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