Grüne: Dorfgemeinschaft soll sich Auto teilen

In manchen ländlichen Regionen Sachsen-Anhalts ist der Nahverkehr schlecht ausgebaut. Wie die Menschen dort auch ohne eigenes Auto mobil sein können, wollen die Grünen in einem Modellprojekt erproben.
Ein Symbol für E-Autos ist auf einem Parkplatz zu sehen. © Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn/Symbolbild

Die Grünen wollen die Landesregierung nach der parlamentarischen Sommerpause dazu auffordern, ein Modellvorhaben mit gemeinschaftlich genutzten Dorf-Autos auf den Weg zu bringen. Entsprechende Pläne bestätigte Grünen-Fraktionschefin Cornelia Lüddemann der Deutschen Presse-Agentur. «Die Idee ist, ein Elektroauto in die Dörfer zu stellen - als öffentlich gefördertes Carsharing. Das wäre eine gute Möglichkeit, dass man in ländlichen Regionen das Zweit- oder Drittauto vielleicht abschaffen kann oder gar nicht erst kaufen muss.»

Der oppositionellen Fraktion schwebt vor, dass das Modellprojekt an vier Standorten im Land erprobt wird. Für je zwei Jahre sollen die Einwohnerinnen und Einwohner die Elektroautos nutzen können. Die Förderung durch das Land soll dabei sowohl die Anschaffung und Wartung der Fahrzeuge als auch die Entwicklung und den Betrieb eines Buchungssystems ermöglichen. Ist der Versuch erfolgreich, soll ein landesweites Förderprogramm aufgestellt werden. «Das kann ein Teil zur Stärkung der Daseinsvorsorge sein. Der Staat hat sich aus manchen Bereichen zu weit zurückgezogen», sagte Lüddemann.

In dem Antrag heißt es, Carsharing-Fahrzeuge seien eine effiziente und nachhaltige Antwort auf individuelle Mobilitätsbedürfnisse, nicht jeder Haushalt wolle oder könne sich drei Autos in die Einfahrt stellen. Nach Angaben der Grünen-Fraktion gibt es in Deutschland in fast allen Großstädten und in vielen mittelgroßen Städten Carsharing-Anbieter, jedoch nur in 4,6 Prozent der Gemeinden mit weniger als 20.000 Einwohnern. Um das zu ändern, solle die öffentliche Hand gegensteuern.

Die schwarz-rot-gelbe Koalition plant in puncto Mobilität demnächst ein eigenes Modellprojekt. Ziel ist die Erprobung vergünstigter Jahreskarten für den öffentlichen Nahverkehr. Der Landtag hat den Test von 365-Tage-Tickets beschlossen. Die ÖPNV-Nutzung für umgerechnet einen Euro am Tag soll in zwei Regionen in Sachsen-Anhalt erprobt werden, in einer kreisfreien Stadt sowie im ländlichen Raum. Außerdem soll das Azubi-Ticket evaluiert werden. Mit dem vergünstigten Monatsticket können Auszubildende in Sachsen-Anhalt Züge, Busse und Straßenbahnen im Nahverkehr im gesamten Bundesland nutzen. Dafür zahlen sie 50 Euro pro Monat.

© dpa
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