Kita-Kosten haben sich für das Land mehr als verdoppelt

07.07.2022 Sachsen-Anhalt greift bei der Kinderbetreuung tief in die Tasche. Nach verschiedenen Reformen haben sich die Kita-Kosten des Landes mehr als verdoppelt.

Kinder-Rucksäcke hängen in einer Kita. © Waltraud Grubitzsch/zb/dpa/Symbolbild

Die Kosten des Landes für die Kinderbetreuung in Sachsen-Anhalt sind innerhalb von zehn Jahren deutlich gestiegen. Während im Jahr 2011 noch rund 179 Millionen Euro fällig wurden, waren es nach Angaben des Sozialministeriums 2021 rund 410 Millionen Euro. Mehrfach ist das Kinderförderungsgesetz in dieser Zeit überarbeitet worden. So wurden mit dem Landesgeld unter anderem die Personalschlüssel in den Kitas verbessert und Tarifsteigerungen übernommen. Die Bruttopersonalkosten seien jährlich um durchschnittlich 2,8 Prozent gestiegen, sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums der Deutschen Presse-Agentur.

Darüber hInaus werden landesweit mehr Kinder betreut und diese gehen den Angaben zufolge auch länger in die Einrichtungen. Wurden im Jahr 2011 noch rund 132.000 Kinder betreut, waren es 2021 etwa 151.000. In diesen Zahlen sind auch Hortkinder enthalten. Zeitgleich ist die Arbeitslosenquote im Land von 11,6 Prozent auf 7,3 Prozent gesunken. Bei diesen Entwicklungen sei ein gewisser Zusammenhang anzunehmen, so die Sprecherin des Hauses von Ministerin Petra Grimm-Benne (SPD).

Eigentlich ist Kindertagesbetreuung eine kommunale Aufgabe. Doch weil das Land bestimmte Standards wie Mindestpersonalschlüssel vorschreibt, beteiligt es sich durch monatliche Zuweisungen für jedes betreute Kind an den Kosten. Den Rest teilen sich Landkreise, Gemeinden und Eltern.

In Halle zahlen Familien nach Angaben des Eigenbetriebs Kindertagesstätten für einen 8-Stunden-Platz in der Krippe einen Beitrag in Höhe von 165 Euro im Monat, ein 8-Stunden-Platz im Kindergarten kostet 119 Euro. In Genthin im Jerichower Land sind es in der Krippe 197 Euro und im Kindergarten 152 Euro. Familien mit mehreren Kindern werden entlastet: Sie zahlen nur für das älteste Kind.

In den vergangenen Jahren hat Sachsen-Anhalt diese Regelung mit Hilfe des sogenannten Gute-Kita-Gesetzes finanziert. Mit dem 2019 aufgelegten Programm stellte der Bund insgesamt rund fünf Milliarden Euro bis Ende dieses Jahres bereit. Ob und inwieweit diese Unterstützung verlängert wird, ist aktuell noch offen. Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) hatte vom Bund am Dienstag schnelle Klarheit über die Fortsetzung gefordert.

Das Sozialministerium in Sachsen-Anhalt teilte auf Anfrage mit, dass Bund und Länder dazu aktuell Gespräche führen würden. Das Land setze sich für die unveränderte und nahtlose Fortführung der begonnenen Maßnahmen ein.

In der CDU-Landtagsfraktion werden die steigenden Kita-Kosten des Landes kritisch gesehen. Offiziell verweisen die Abgeordneten auf den Koalitionsvertrag, in dem sich Schwarz-Rot-Gelb verständigt hat, den Status quo zu erhalten. Angesichts der stetig steigenden Landesausgaben und aufgrund der wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Krieges müsse jedoch auch das Kinderförderungsgesetz mal auf den Prüfstand gestellt werden, heißt es aus CDU-Kreisen.

© dpa

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