Bildungsmonitor sieht Sachsen-Anhalt auf vorletztem Platz

Die arbeitgebernahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hat sich die Bildungslandschaft von der Kita bis zur Hochschule angesehen und die Bundesländer verglichen. Sachsen-Anhalt hat einen Platz verloren und landet auf dem vorletzten. Das Bildungsministerium hält dagegen.
«Abitur» steht auf einer Tafel im Klassenzimmer eines Gymnasiums. © Sina Schuldt/dpa/Symbolbild

Sachsen-Anhalt ist in einem aktuellen Ländervergleich in Sachen Bildung auf den vorletzten Platz abgerutscht. Die arbeitgebernahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) sieht das Land im neuen Bildungsmonitor auf dem vorletzten Platz vor dem Schlusslicht Bremen. Auch beim Schwerpunkt Digitalisierung landet Sachsen-Anhalt auf dem 15. Platz. Auf Platz 1 steht Sachsen.

Stärken bescheinigt die Studie Sachsen-Anhalt bei der Schulqualität und der Förderinfrastruktur. Die Schülerinnen und Schüler erreichten im Durchschnitt hohe Kompetenzen in Mathematik und Naturwissenschaften. Viele Kinder nutzten Ganztagsangebote in Kita und Grundschule. Allerdings kämen rechnerisch viele Kinder auf eine Betreuungsperson oder Lehrkraft.

Negativ hervorgehoben wurde der sehr hohe Anteil älterer Lehrkräfte. Die Altersstruktur sei sehr unausgeglichen. Nur wenige Schulen seien zudem mit schnellem WLAN ausgestattet, hieß es. In der Folge würden auch weniger häufig täglich digitale Medien im Schulunterricht eingesetzt als in vielen anderen Bundesländern.

Das Bildungsministerium erklärte, der Bildungsmonitor 2022 liefere Erkenntnisse, die bereits bekannt seien und an denen in Sachsen-Anhalt bereits aktiv gearbeitet werde. Zudem handele es sich nicht - wie der Name suggeriere - um eine Bildungsanalyse, sondern um eine bildungsökonomisch ausgerichtete Studie. Hinweise zur Verantwortung und zum Unterstützungspotenzial der Wirtschaft fehlten. Ebenso werde der Zusammenhang der Leistungen im Bildungsbereich mit dem ökonomischen und soziokulturellen Umfeld nicht beleuchtet. Bildungsprozesse in den Schulen seien in der Studie nicht erfasst.

Das Ministerium kritisierte, dass die Altersstruktur der Lehrkräfte kein Maßstab für die Bewertung der Qualität von Bildung ist. Die Bemühungen bei den Neueinstellungen würden die Situation mittelfristig spürbar verbessern. Und auch im Punkt Digitalisierung, bei dem Sachsen-Anhalt schlecht abschneidet, übt das Ministerium Kritik am Bildungsmonitor 2022. Bei der Digitalisierung habe es im Schulbereich wesentliche Fortschritte gegeben, die unberücksichtigt geblieben seien.

Die Mittel aus dem Digitalpakt würden in den kommenden Jahren bei der Ausstattung der Schulen mit WLAN eine spürbare Verbesserung bewirken. Der Landesbildungsserver sei ertüchtigt worden und erfülle zuverlässig seine Funktion als das pädagogische, schulische Bildungsportal in Sachsen-Anhalt. Es seien erste Stellen für Digitalassistenten und -mentoren ausgeschrieben worden. Alle Lehrkräfte seien mit digitalen Endgeräten ausgestattet, es gebe zahlreiche Qualifizierungsmaßnahmen.

Der INSM-Bildungsmonitor hält zudem fest, dass an den Hochschulen in Sachsen-Anhalt relativ wenige Frauen und Männer ein ingenieurwissenschaftliches Studium absolvieren. Im Jahr 2020 habe ihr Anteil mit 13,5 Prozent unter dem Bundesschnitt von 17,9 Prozent gelegen, hieß es in der Studie. Auch der Anteil der Absolventen in Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik habe mit 8,4 Prozent niedriger gelegen als der bundesweite von 14,2 Prozent. Zudem sei die Summe der eingeworbenen Drittmittel je Professorenstelle niedrig.

© dpa
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