Polizisten sollen mit Smartphones ausgestattet werden

Jeder Polizeibeamte in Sachsen-Anhalt soll bis Ende 2023 ein Smartphone erhalten. Aber auch in anderen Bereichen könnte bei der Polizei technisch aufgerüstet werden.
Ein Polizist zeigt auf seinem Smartphone eine Polizei-App mit den Fotos eines fiktiven Verdächtigen. © Boris Roessler/dpa/Archivbild

Sachsen-Anhalts Polizei soll beginnend ab Januar 2023 mit Smartphones ausgestattet werden. Wie das Innenministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur bestätigte, steht die Unterzeichnung eines Rahmenvertrages zur Lieferung der Geräte kurz vor dem Abschluss. «Ab Oktober dieses Jahres soll die Polizei auf den Shop des Lieferanten zugreifen können», teilte das Haus von Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) mit. Mit Jahresbeginn 2023 sollen durchschnittlich etwa 450 Smartphones je Monat ausgeliefert werden.

Auf den Geräten können die Beamten im Dienst mehrere Apps nutzen. So sollen beispielsweise eine mobile Version des polizeilichen Vorgangsbearbeitungssystem, ein Messengerdienst, eine Mail-App, eine App zur Aufnahme von Ordnungswidrigkeiten und eine Meeting-App für Videokonferenzen enthalten sein. «Die Polizeibeamten können damit vor Ort zum Beispiel polizeilich relevante Sachverhalte erfassen und verschiedenste Informationen in Text, Bild, Ton, Video austauschen», sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Weitere Spezial-Apps sollen folgen.

Für den Erwerb der Smartphones, die Nutzung der Apps, die Beschaffung der technischen Infrastruktur sowie die Mobilfunkgebühren und Betriebskosten werden den Angaben zufolge bis Ende 2023 rund elf Millionen Euro benötigt.

Auch in anderen Bereichen könnte bei der Polizei technisch aufgerüstet werden. So sollen die Beamten künftig Körperkameras erhalten. Mit den Videokameras sollen Polizisten bei Einsätzen besser vor Angriffen geschützt werden. Zudem können diese eventuell Material zur Aufklärung von Vorfällen liefern. Die am Oberkörper angebrachte sogenannte Bodycam überschreibt die aufgenommenen Sequenzen permanent, ohne diese zu speichern. Erst wenn der Beamte die Videofunktion aktiviert, werden rückwirkend die Sequenzen der letzten zwei Minuten und das folgende Geschehen gesichert.

© dpa
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