Wohnungsverbände alarmiert über Energiepreise

Die Wohnungswirtschaft in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zeigt sich wegen der explodierenden Preise für Strom, Gas und Fernwärme alarmiert. Auf die Bewohnerinnen und Bewohner kämen drastisch höhere Betriebskosten zu, warnten fünf Verbände aus den drei Ländern am Mittwoch. Das berge sozialen Sprengstoff. Sie forderten die Politik im Bund und in den Ländern zum Handeln auf. «Wir brauchen eine sehr deutliche Anpassung staatlicher Zuschüsse für die Mieter», sagte Jens Zillmann, Direktor des Verbandes der Wohnungswirtschaft in Sachsen-Anhalt.
Ein Stecker wird in eine Steckdose gesteckt. © Sina Schuldt/dpa/Symbolbild

Die jährlichen Betriebskosten für eine durchschnittliche Wohnung könnten sich 2022 leicht um 1000 Euro oder mehr erhöhen. Die Energiekosten stiegen schon seit Herbst vorigen Jahres an, der Krieg in der Ukraine habe die Situation zusätzlich verschärft. Der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften (VSWG) kalkuliert derzeit mit Mehrkosten von 500 bis 1000 Euro pro Wohnung. Die Werte seien nach oben offen. «Das ist bitter, aber es ist leider so», sagte VSWG-Chefin Mirjam Luserke. «Hier liegt sozialer Sprengstoff», betonte Frank Emrich, Verbandsdirektor der Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft.

Die Immobilienverbände verlangen von der Politik, die Mieter zu entlasten. Der kürzliche beschlossene Heizkostenzuschuss für Wohngeldbezieher sei allenfalls «ein Tropfen auf den sehr heißen Stein» und viel zu niedrig. Auch das Wohngeld selbst oder die Kosten der Unterkunft für bedürftige Menschen müssten erhöht werden. Zudem dürften die energetischen Standards in der Wohnungswirtschaft nicht weiter erhöht werden, weil dies die Kosten zusätzlich treibe. Die Unternehmen müssten zudem von Bürokratie entlastet werden.

Die Wohnungsverbände kündigten an, dass ihre Mitgliedsunternehmen die Vorauszahlungen auf die Betriebskosten zum Teil schon jetzt heraufsetzen wollten. Nur so könnten sie vermeiden, dass sie mit extrem hohen Beträgen in Vorleistung gehen müssten. Es sei jetzt auch ein «Miteinander von Mietern und Vermietern» nötig.

© dpa
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