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Hochwasserlage: Talsperren sind voll, erste Evakuierung

An den Feiertagen richten sich die bangen Blicke auf die Flüsse mit hohen Wasserständen. Eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht - zumal die Talsperren voll sind und auch das Wasser in der Elbe steigt.
Hochwasser in Sachsen-Anhalt
Ein Warnschild weist auf eine überflutete Strasse hin. © Cevin Dettlaff/dpa

Die Hochwasserlage bleibt vielerorts in Sachsen-Anhalt angespannt. Einer der Schwerpunkte ist der Landkreis Mansfeld-Südharz, wo am vollgelaufenen Stausee Kelbra und der Helme Überschwemmungen drohten. Die rund 180 Bewohner der Ortschaft Thürungen in der Verbandsgemeinde Goldene Aue wurden am Dienstagnachmittag aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Wer nicht bei Verwandten oder Bekannten unterkam, konnte eine Notunterkunft in Kelbra nutzen. Überschwemmungen drohen dem Landkreis zufolge Orten in den Gemeinden Goldene Aue, Südharz, Sangerhausen und Allstedt. Auch dort sollten sich die Einwohner auf mögliche Evakuierungen vorbereiten.

Der Landrat des Landkreises Mansfeld-Südharz, André Schröder (CDU), hatte zuvor den Stab für außergewöhnliche Ereignisse einberufen. Die Ausmaße der Überschwemmungen seien schwer absehbar, so eine Sprecherin des Landkreises. Das Technische Hilfswerk werde unter anderem mit einer Sandsackbefüllmaschine helfen. Die Talsperre Kelbra hat die Hauptaufgabe, das Helme-Unstrut-Tal vor Hochwasser zu schützen.

Aus dem Talsperrensystem im Harz wird laut dem Landesbetrieb kontrolliert Wasser abgegeben in die Harzflüsse. An Bode und Ilse sowie weiteren Flüssen im Harz galt maximal die Alarmstufe 2. Mit den nachlassenden Niederschlägen erwarten die Experten zurückgehende Wasserstände im Harz.

Unterdessen setzte sich das Hochwasser der Mulde aus Sachsen Richtung Sachsen-Anhalt fort, wie es aus dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft weiter hieß. Betroffen seien etwa der Landkreis Anhalt-Bitterfeld und Dessau-Roßlau.

An der Elbe in Sachsen-Anhalt stehen die höchsten Wasserstände dieser Hochwasserwelle aus Richtung Sachsen erst noch bevor. Aus der Sächsischen Schweiz kommend wird die Alarmstufe 3 in Dresden am Mittwochmorgen erwartet. Grund seien die Schneeschmelze und starke Niederschläge im Riesengebirge. Am Elbe-Pegel Barby wird aufgrund des Zuflusses aus der Saale für Mittwoch die Alarmstufe 2 erwartet.

Bei der Alarmstufe 2 richten Städte und Gemeinden einen Kontrolldienst ein, ab der Stufe 3 gibt es einen ständigen Wachdienst und es wird mit Maßnahmen der Deichverteidigung begonnen. Mit der Stufe 4 besteht Gefahr für die Allgemeinheit, für Wirtschaft und für die Funktionstüchtigkeit wasserwirtschaftlicher Anlagen.

Aus dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz in Magdeburg hieß es, in den kommenden Tagen werde über einen besonderen Schutz für Magdeburg und Umgebung entschieden: Gegebenenfalls werde das Pretziener Wehr geöffnet. Es sorgt dafür, dass etwa ein Drittel des Elbewassers in einen 21 Kilometer langen Kanal um Magdeburg und Schönebeck herumgeleitet wird, ehe es wieder in den Fluss fließt.

Immerhin: Im Norden des Landes werde keine weitere Verschärfung der Hochwassersituation erwartet, so eine Hydrologin vom Dienst. Wenn die Niederschläge nachlassen, könne es dort langsam Entspannung geben. In Halle wurde am zweiten Weihnachtsfeiertag der Höchststand des aktuellen Saale-Hochwassers erreicht. Laut der aktuellen Prognose des Landesamts für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft habe der Fluss mit etwa 4,90 Metern am Unterpegel Trotha den Höchststand erreicht, so die Stadt am Dienstagnachmittag.

Im Laufe der Dienstagnachmittagsstunden wurde mit sinkenden Pegelständen gerechnet. «Die Stadt Halle beobachtet die Entwicklung aber weiter genau und setzt auch ihre Kontrollen in den betroffenen Gebieten fort», hieß es. Derzeit seien insbesondere Wege am Saaleufer überschwemmt, in Planena und Burgholz habe das Wasser bis an die Grundstücke gereicht. Evakuierungen seien nicht nötig.

Die Regenmengen der vergangenen Tage führten auf der Bahnstrecke zwischen Hannover und Magdeburg zu Beeinträchtigungen. Es entstanden Gleisunterspülungen auf der Strecke Magdeburg-Helmstedt. Voraussichtlich noch bis Mittwoch (27. Dezember) müssen Züge umgeleitet werden, so die Deutsche Bahn. IC-Züge in beiden Fahrtrichtungen verspäteten sich um etwa 30 Minuten. Die Züge könnten zudem nicht in Peine, Braunschweig Hauptbahnhof und Helmstedt halten.

© dpa
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