Sachsen-Anhalt schwitzt: Sogar auf dem Brocken ist es warm

Menschen und Tiere lechzen nach Kühle, die Natur nach Regen. Das dauert aber noch. Unterdessen steigt die Gefahr von Bränden - im Wald und auf Feldern.
Blick vom Lustgarten auf den Liebfrauenkirchturm und den Brocken. © Matthias Bein/dpa/Archivbild

Es ist viel zu heiß. Selbst im Harz und auf dem 1141 Meter hohen Brocken kletterten die Temperaturen am Dienstag in ungewohnte Höhen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wurde am Dienstag auf dem Berg bereits am Mittag ein neuer Tageshöchstwert von 26,9 Grad Celsius gemessen. «So warm war es an einem 19. Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnungen - 1947 - noch nie», sagte ein Sprecher des DWD in Leipzig.

Im Tagesverlauf wurde für Sachsen-Anhalt Temperaturen von 38 Grad Celsius im Schnitt erwartet. Am Mittwoch soll es laut DWD-Vorhersage noch heißer werden, bei viel Sonnenschein - als Höhepunkt der Hitze mit Höchstwerten von 35 bis örtlich 40, im Harz von 30 bis 34 Grad, wie der DWD in seiner Vorhersage schrieb.

Die Auswirkungen auf Mensch, Tiere und Natur sind vielfältig.

WALD: Überall im Land steigt die Waldbrandgefahr. Wie das Landeszentrum Wald am Dienstag auf seiner Internetseite mitteilte, gilt die höchste Gefahrenstufe fünf aktuell in sieben Regionen. Dazu gehören der Altmarkkreis Salzwedel, Wittenberg mit der Dübener Heide, aber auch die Börde nördlich der Autobahn 2. In den übrigen Regionen des Landes herrsche die zweithöchste Waldbrandwarnstufe vier, wie im Harz und im Salzlandkreis. Gemäß Landeswaldgesetz ist es bei der Warnstufe fünf verboten, den Wald außerhalb von Wegen zu betreten.

RETTER: Zur Früherkennung von Waldbränden setzen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt auf den Einsatz von zwei kleinen Flugzeugen. Die Maschinen vom Typ Cessna mit einem Piloten, einem Beobachter und einem Förster an Bord fliegen diese Woche in einigen Gebieten der Bundesländer ihre Routen ab, um nach Rauchbildung Ausschau zu halten, wie Thomas Friedhoff, Referent des Feuerwehrflugdienstes Niedersachsen, sagte. «Wir sind an einem kritischen Punkt», sagte er. Der sogenannte Graslandfeuerindex steige landesweit auf Stufe 4 von 5, der Boden sei trocken.

Im Harz sei die Situation teilweise extrem. Je früher ein Brand ausfindig gemacht werde, desto leichter fielen normalerweise die Löscharbeiten und desto geringer sei der Umweltschaden. Seit dieser Woche heben die Flieger nach Friedhoffs Angaben in Lüneburg und Hildesheim ab. Je nach Wetterlage und Waldbrandstufe fliegen sie dann fünf verschiedene Routen ab und können auch gezielt Gebiete in Augenschein nehmen.

APPELL: Wegen der Brandgefahr bitten die Feuerwehren insbesondere Wanderer und Radfahrer, die sich im Wald und in der freien Natur aufhalten, um erhöhte Aufmerksamkeit und besondere Vorsicht. Es bestehe eine zunehmende Gefahr von Wald- und Vegetationsbränden.

FEUER: Bei einem Brand auf einem Feld in Osterwieck (Landkreis Harz) ist Weizen auf einer Fläche von sechs Hektar vernichtet worden. Die Polizei geht von Brandstiftung aus, wie ein Sprecher am Dienstag mitteilte. Denn als die Einsatzkräfte zum Brandort kamen, verließ ein Mann mit einem Moped fluchtartig den Ort in Richtung Deersheim, wie der Sprecher mitteilte. Die Polizei sucht nach Zeugen. Der Brand, der am Mittag ausgebrochen war, wurde nach Angaben der Leitstelle Harz gelöscht. Rund 40 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

TIERE: Ob im Haus, im Stall und auf Transporten: Tiere brauchen einen besonderen Schutz vor der Hitze. Der Tierschutzbeauftragte des Landes, Marco König, appellierte an alle Halter, entsprechende Vorkehrungen zu treffen und sich strikt an die Gesetze zu halten. Dies betreffe alle Bereiche der Tierhaltung, private ebenso wie landwirtschaftliche oder gewerbliche. Insbesondere sogenannte Nutztiere, die in Stallungen mit begrenztem Platz leben, würden unter den hohen Temperaturen leiden. Sie könnten sich von Natur aus nur begrenzt vor Hitze schützen.

Haustiere in ungekühlten Fahrzeugen zu lassen, sei nicht tragbar. Dies gelte auch bei geöffneter Scheibe. Selbst in Autos mit Klimaanlage sollten die Tiere etwa bei Urlaubsreisen nicht dauerhaft dem ungehinderten Sonnenschein ausgesetzt werden.

© dpa
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