Beratungsnetz für Glücksspielsüchtige lässt auf sich warten

Parallel zur Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casinospiele sollten auch Hilfsangebote für Spielsüchtige verstärkt werden. Die Beratungsstellen aber noch nicht.
Ein Mann steht vor einem Bildschirm, auf dem eine Seite für Online-Roulette angezeigt ist. © Carsten Rehder/dpa/Symbolbild

Das geplante landesweite Beratungsnetz für Glücksspielsüchtige in Sachsen-Anhalt entsteht doch noch nicht in diesem Jahr. Bedauerlicherweise habe sich der Aufbau des besonderen Beratungsnetzes für die Glücksspielsuchthilfe und Glücksspielsucht zeitlich verzögert, teilte das Innenministerium auf Nachfrage mit. Grund seien erforderliche Änderungen an den Förderrichtlinien. Mittlerweile habe ein in der Suchthilfe engagierter Verband sein Interesse bekundet, sich in den Aufbau des Beratungsnetzes einbringen zu wollen. Derzeit liefen Abstimmungsgespräche.

Aktuell gibt es im Land nur eine auf Glücksspiel spezialisierte Beratungsstelle. Sie befindet sich in Magdeburg und wird von der Diakonie Jerichower Land - Magdeburg getragen. Geplant sind eine Landeskoordinierungsstelle sowie fünf regionale Schwerpunktberatungsstellen. Sie hätten ursprünglich 2022 ihre Arbeit aufnehmen sollen. Hintergrund ist die bundesweite Zulassung zuvor verbotenen virtueller Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casinospiele unter bestimmten Bedingungen ab Mitte 2021. Zugleich sollte der Spielerschutz verbessert und das Beratungsangebot ausgebaut werden.

Wann genau die neuen Beratungsstellen nun ihre Arbeit aufnehmen können, ist laut Innenministerium noch nicht klar. «Insgesamt steht zu erwarten, dass im Laufe des ersten Quartals 2023 mindestens die Landeskoordinierungsstelle und die regionalen Schwerpunktberatungsstellen in den drei Oberzentren ihre Arbeit aufnehmen werden.» Das wären Magdeburg, Halle und Dessau-Roßlau. Zur Verfügung stehen laut Glücksspielgesetz jährlich 530.000 Euro.

Die Leiterin der Landesstelle für Suchtfragen Sachsen-Anhalt, Helga Meeßen-Hühne, fordert den raschen Aufbau seit Längerem. Es sei ein landesweites Beratungsnetz nötig. Dafür müsse auch das notwendige Geld zur Verfügung gestellt werden, sagte Meeßen-Hühne.

© dpa
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