Museen in Sachsen-Anhalt suchen nach Energieeinsparungen

Für Museen sind Heizkosten ein großer Ausgabeposten. In diesem Winter müssen die Temperaturen in den Räumen 19 Grad betragen. Mitunter reicht das in den meist denkmalgeschützten Gebäuden nicht, um die Kosten zu bremsen. Einige Museen haben weitere Maßnahmen beschlossen.
Blick auf ein Display in einer Stele vor dem Bauhaus-Museum. © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Allgemein sind die Heizkosten in den Ausstellungsräumen der öffentlichen Museen auch in Sachsen-Anhalt hoch. Zusätzlich zur gesetzlichen Vorgabe von maximal 19 Grad versuchen einige Museen noch anders Energie zu sparen. Dies ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

In Naumburg bleiben das Stadtmuseum «Hohe Lilie» und das «Romanische Haus» in Bad Kösen mit der Käthe-Kruse-Ausstellung aufgrund von Energieeinsparmaßnahmen bis zum 31. März geschlossen, teilte die Stadt mit. Beide Museen bleiben digital geöffnet.

Anstrengungen zum Energiesparen unternimmt auch die Stiftung Bauhaus Dessau. «Da wir die Verpflichtung haben, 20 Prozent Energie einzusparen, bleibt das Ateliergebäude, das sogenannte Prellerhaus bis zum 19. Februar 2023 geschlossen», sagte Sprecherin Ute König. «Das ist ein altes Gebäude, von der Dämmung her nicht gut, und es wäre ein großer Aufwand, das Gebäude auf 19 Grad zu heizen.» Das fünfgeschossige Ateliergebäude, benannt nach seinem Erbauer Louis Preller, dient heute Gästen zur Übernachtung. Einst wurde es als Wohnheim für die Bauhaus-Studenten errichtet.

«Außerdem ist der Montag ein kompletter Ruhetag für alle Gebäude, was sonst nur das Museum betraf», sagte König. «Über den Winter gibt es verkürzte Öffnungszeiten, was aber weniger mit Energieeinsparungen zu tun hat, sondern es kommen im Winter einfach weniger Besucher.» Insgesamt kamen den Angaben zufolge im Vorjahr rund 135.000 Besucher.

«Wir können unsere Museen nicht zu machen. Die Häuser müssen klimatisch immer gleichmäßig temperiert werden, dennoch gibt es Einsparungen», sagte der Leiter der Luthermuseen in Eisleben und Mansfeld, Mirko Gutjahr. «Es gab schon im Vorjahr Sanierungsmaßnahmen, um Energie einzusparen.» Zudem wurde in den Verwaltungstrakten auf LED-Leuchtmittel umgestellt. «Wir setzen auf viele kleine Maßnahmen», sagte Gutjahr.

«Dazu gehören sparsame Gesamtbeleuchtung, Homeoffice wo es sich anbietet und Videokonferenzen statt Dienstfahrten.» Auch wird der Stand-by-Modus, zum Beispiel bei Druckern vermieden. Ebenso wurde das Warmwasser ausgeschaltet und über die Weihnachtszeit blieb das Verwaltungsgebäude in Eisleben geschlossen.

Bei den städtischen Museen in Magdeburg gibt es keine Schließungen oder verkürzte Öffnungszeiten. «Für das kulturhistorische Museum und das Museum für Naturkunde in Magdeburg gelten restauratorische Vorgaben», sagte Sprecher Marcus Pribbernow. «Wöchentlich werden die Klimadaten ausgewertet. Für die im Haus befindlichen Objekte und auch für zukünftige Sonderausstellungen müssen wir konstante Klimawerte nachweisen.»

Die Direktorin des Winckelmann-Museums in Stendal, Stephanie Bruer, meinte: «Verkürzte Öffnungszeiten oder Schließungen bringen nicht wirklich etwas.» Das Haus hält sich an die 19-Grad-Vorgabe für die Innenräume. Aber es sei eine Gratwanderung. Werde es den Besuchern zu kalt, blieben sie weg, ebenso, wenn die Eintrittspreise steigen sollten. Eine Preiserhöhung sei bislang nicht geplant. «Effektiv wäre es ja, in den Wintermonaten zu schließen, aber die Objekte müssen klimatisiert werden, ganz runter fahren geht also nicht», sagte Bruer.

Im Händelhaus in Halle bleibt es bei 19 Grad in den Ausstellungsräumen und wie bisher bei einem wöchentlichen Ruhetag. «Aber wir schalten jetzt den Informationsmonitor erst ab 16.00 Uhr ein, vorher lief er den ganzen Tag», sagte Pressereferent Robin Knötzsch. Auch an den Öffnungszeiten habe sich bislang nichts geändert.

«Das Museum im Schloss Wernigerode hat im Winter verkürzte Öffnungszeiten», sagte eine Mitarbeiterin. «Die Eintrittspreise wurden mit dem ersten Januar erhöht, für Erwachsene von 7 auf 9 Euro.»

© dpa ⁄ Thomas Schöne, dpa
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