Großbrand am Brocken: Feuerwehr fordert Lösung für Totholz

Wer zum Brocken wandert oder die Schmalspurbahn dort nimmt, kommt an vielen kahlen, abgestorbenen Bäumen vorbei. Nun musste die Feuerwehr zu einem Großeinsatz ausrücken am höchsten Berg des Harzes.
Feuerwehrleute stehen vor einem abgebrannten Waldstück am Brocken auf den Gleisen. © Matthias Bein/dpa

Am Brocken im Nationalpark Harz hat ein Hektar Grasfläche mit Totholz in Flammen gestanden - die Feuerwehr mahnt nun eine generelle Lösung im Umgang mit den abgestorbenen Bäumen an. «Wir als Feuerwehr sehen das schon sehr kritisch», sagte der Wernigeröder Stadtwehrleiter Marco Söchting am Mittwoch mit Blick auf die Nationalpark-Regel, die Wälder der natürlichen Entwicklung zu überlassen. Unter anderem am Brocken sind aufgrund von Stürmen, Wetterextremen und Borkenkäfern Fichten-Monokulturen auf großen Flächen abgestorben. Stadtwehrleiter Söchting fordert: «Da muss was passieren für die Zukunft.»

Laut Söchting war die Feuerwehr am Dienstag gegen 14.30 Uhr zu dem Brand gerufen worden. Das Feuer sei von der Bahnlinie der Harzer Schmalspurbahn ausgegangen und sei vom Wind einen Hang hinaufgetrieben worden. Am Ende habe eine Fläche von etwa 250 mal 40 Metern gebrannt. 120 Einsatzkräfte von 11 Feuerwehren seien am Löschen beteiligt gewesen. Die Arbeiten hätten sich schwierig gestaltet, weil der Brandort nur fußläufig erreichbar gewesen sei.

Zum Einsatz kamen zwei Löschwasserwagen der Harzer Schmalspurbahn. Diese sind nach Angaben einer Sprecherin jedes Jahr ab April auf dem Brocken und in Drei Annen Hohne mit 28 000 und 24 000 Litern gefüllt geparkt. Um die Feuerwehrleute möglichst schnell an die Brandstelle zu bringen, wurde laut Wehrleiter Söchting ein Personenwagen zwischen Lok und Löschwasserwagen gekoppelt. Gegen 22.00 Uhr seien die Löschmaßnahmen eingestellt worden. Die Brandursache ist bislang unklar.

Eine Brandwache soll dafür sorgen, dass erneute Flammen schnell entdeckt und gelöscht werden können. Laut einem Sprecher des Nationalparks Harz ist noch unklar, was mit der abgebrannten Fläche geschehen soll. Eine Schadenshöhe lasse sich nicht beziffern. «Da wuchs Gras, und da wächst auch wieder Gras.»

Söchting sagte: «Wir haben zwar jedes Jahr kleinere Brände, aber dieses war mit Abstand der größte der letzten Jahre.» Der Brocken ist mit 1141 Metern der höchste Berg im Harz.

Wer hinauf will, muss die Brockenbahn nehmen, wandern oder radeln. Zur Zeit des Feuers befanden sich zahlreiche Besucher auf dem Gipfel des Brockens. Aufgrund der starken Rauchentwicklung mussten sie für längere Zeit auf dem Berg und am Bahnhof Schierke ausharren.

Nach dem Großbrand an dem Berg nahm die Harzer Schmalspurbahn (HSB) am Mittwoch ihren Betrieb wieder auf. Einer Sprecherin zufolge sind an der Bahnstrecke selbst keine Schäden entstanden. Der reguläre Betrieb der Bahn war nach dem Ausbruch des Feuers am Dienstagnachmittag eingestellt worden.

© dpa
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