Drei Verletzte bei Explosion in Toilette

Bei einer Explosion auf einer öffentlichen Toilette in Halle werden drei Menschen schwer verletzt. Als Ursache könnten laut Polizei Deo-Sprays eine Rolle gespielt haben. Doch es sind noch viele Fragen offen.
Ein Streifenwagen der Polizei steht mit Blaulicht an einem Einsatzort. © Christophe Gateau/dpa/Symbolbild

Ein riesiges Loch klafft in der Wand des roten Marktschlösschens in der Innenstadt von Halle. Bei einer Explosion in der öffentlichen Toilette des Gebäudes sind am Dienstagabend zwei Mädchen im Alter von 12 und 13 Jahren sowie eine 51-jährige Frau schwer verletzt worden. Am Tag danach herrscht in dem Wohn- und Geschäftshaus wieder weitestgehend Alltag.

Es habe einen laut Knall gegeben, erzählte eine Mitarbeiterin eines Nagelstudios, das direkt neben der öffentlichen Toilette liegt. «Die Wände haben richtig gewackelt.» In anderen Geschäften und Wohnungen des Hauses blieb das Unglück zunächst unbemerkt. «Ich habe überhaupt nichts gehört», so die Mitarbeiterin eines Blumenladens in dem Haus. Dabei trennten nur wenige Meter die Innenräume des Ladens vom Unfallort. Auch im benachbarten Döner-Imbiss sei der Vorfall zunächst unbemerkt geblieben, berichtet der Besitzer.

Blickt man auf den Zustand der Hausfassade ist das kaum vorstellbar: Die Explosionswelle drückte große Teile der westlichen Fassade nach außen, riss Balken aus der Verankerung, Putz und Steine barsten.

Herbeigeführt wurde der Unfall womöglich durch Deo-Spraydosen. «Es besteht der Verdacht, dass diese mit den Geschehnissen in Verbindung stehen», sagte ein Sprecher der Polizei am Mittwoch. Konkreter wurde er nicht. Eine Gashavarie hatte die Polizei bereits am Dienstagabend ausgeschlossen. Vielmehr handele es sich um einen tragischen Unfall. Wie genau es dazu kam, werde noch ermittelt. Auch die Höhe des Sachschadens sei noch nicht bekannt, so der Sprecher.

Allerdings sei das Gebäude trotz der Schäden nach der Überprüfung durch einen Statiker weiterhin nutzbar, betonte der Sprecher der Polizei. Bereits am Mittwoch waren die Geschäfte im Haus größtenteils wieder geöffnet worden. Lediglich die öffentliche Toilette blieb gesperrt. Das Haus, das sich neben der Marktkirche in der Innenstadt befindet, ist ein Patrizierhaus aus der Spätrenaissance. Das Marktschlösschen beherbergt auch das Stadtmarketing Halle (Saale).

Am Dienstagabend war der Marktplatz kurz nach dem Vorfall im Radius von 100 Metern abgesperrt worden. Anwohnerinnen und Anwohner rund um den Explosionsort wurden evakuiert. Spezialisten untersuchten den Ort und begutachteten die Schäden.

Über den Zustand der Verletzten machte die Polizei am Mittwoch keine weiteren Angaben. Sie befänden sich aber weiterhin im Krankenhaus, sagte der Polizeisprecher. Lebensgefahr habe zu keinem Zeitpunkt bestanden.

© dpa
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