Nach Fund von zwei Babys: Suche nach Müttern läuft weiter

20.04.2022 Zwei Babys in zwei Tagen - und keine Spur von den Müttern beziehungsweise Eltern der Neugeborenen. Ende Dezember 2021 sorgten die Fälle für Aufsehen und Entsetzen zugleich. Für ein Mädchen kam jede Hilfe zu spät. Die Ermittler suchen weiter - akribisch.

Eine Polizistin durchsucht zusammen mit Kollegen ein Gebüsch. © Heiko Rebsch/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Gut drei Monate nach dem Fund von zwei Babys in Halle läuft die Suche nach den Müttern auf Hochtouren. Wichtige Erkenntnisse erhoffen sich die Ermittler angesichts neuer DNA-Analysemethoden, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Halle mitteilte. So sei es jetzt möglich, an DNA-fähiges Material von unbekannten Spurenlegern zu gelangen, indem neben der bereits zulässigen Bestimmung des Geschlechts auch Feststellungen über die Augen-, Haar- und Hautfarbe sowie das Alter der Person getroffen werden dürfen. «Durch diese Feststellungen können sich neue Ermittlungsansätze ergeben», erklärte sie.

Kurz nach Weihnachten 2021 war an einem Zaun eines Wertstoffhofs ein totes Neugeborenes entdeckt worden. Die Ermittler gingen nach ersten Angaben davon aus, dass das Mädchen getötet wurde. «Bisher wurden in dem Fall 800 bis 1000 Menschen informatorisch befragt und 16 Personen zeugenschaftlich vernommen», teilte die Sprecherin mit.

Nach dem ersten Zeugenaufruf zu dem Fall gab es zwei Hinweise aus der Bevölkerung. «Diesen wurde nachgegangen, jedoch ohne Ermittlungserfolg», so die Sprecherin. Die Polizei habe zudem Flyer in der Nähe des Wertstoffhofs verteilt, unter anderem in umliegenden Supermärkten und Wohngebieten. Weitere Meldungen aus der Bevölkerung gab es den Angaben zufolge allerdings nicht.

Nur zwei Tage nach dem Fund des toten Babys war in einem Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses in Halle ein weiteres Neugeborenes gefunden worden, auch ein Mädchen. Es war am Leben. Die Polizei veröffentlichte auf der Suche nach der ebenfalls unbekannten Mutter beziehungsweise den unbekannten Eltern zwei Fotos von einem blaugrauen Fußsack, die üblicherweise in Kinderwagen gelegt werden. Darin war das erst wenige Stunden alte Kind am Morgen des 29. Dezember 2021 im Stadtteil Halle-Neustadt gefunden worden. Es kam nach der ärztlichen Behandlung in Betreuung.

In dem Fall des ausgesetzten Babys gab es in etwa 200 Haushalten Befragungen. Eine Person wurde zeugenschaftlich vernommen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Nach einem ersten Zeugenaufruf gab es vier Hinweise aus der Bevölkerung. Diese bezogen sich auf den Schlafsack. «Erst vor kurzem wurden im Umfeld des Auffindeortes weitere Plakate mit Zeugenaufruf, mehrsprachig angebracht, und es gab einen weiteren Bericht im Fernsehen», sagte die Sprecherin.

Zudem erhoffen sich die Ermittler auch in diesem Fall wertvolle Erkenntnisse anhand von neuen DNA-Analysemöglichkeiten. Die rechtsmedizinischen Untersuchungen hatten indes ergeben, dass es sich bei den beiden Babys nicht um Geschwisterkinder handeln kann.

© dpa

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