Lebenslange Haftstrafen für gemeinschaftlichen Mord

03.06.2022 Drei Menschen verabreden sich zum Mord. Das Ziel: Die schwer kranke und stark übergewichtige Ehefrau eines der Täter. Nun hat das Landgericht in Halle die Strafen gegen die Beteiligten ausgesprochen.

Justizbeamtinnen führen vor Prozessbeginn die Angeklagte in den Gerichtssaal am Landgericht. © Jan Woitas/dpa

Weil sie eine Frau gemeinschaftlich getötet haben, sind eine 28-Jährige und zwei Männer im Alter von 43 und 56 Jahren jeweils zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Kammer des Landgerichtes in Halle sprach am Freitag die Angeklagte und den 43-Jährigen wegen gemeinschaftlichen Mordes für schuldig. Der 56-Jährige wurde wegen der Anstiftung zum Mord für schuldig befunden. Die Drei hätten im September 2021 den Mord an der Ehefrau des 56-Jährigen gemeinsam verabredet und durchgeführt, hieß es in der Anklage. Die schwer kranke und übergewichtige Frau war in Halle mit einem Messer getötet worden. Die Leiche wies nach Angaben der Staatsanwaltschaft mindestens 31 Schnitt- und Stichverletzungen auf.

Hinter dem Mord steht nach Ansicht des Gerichtes eine Beziehungstat. Die Angeklagte und der Ältere der angeklagten Männer führten demnach eine Affäre. Um diese Beziehung frei ausleben zu können, hätten sie beschlossen, mithilfe des dritten Angeklagten die Frau zu töten. Der Richter sprach in seiner Urteilsbegründung von einem «unheilvollen Zusammentreffen von drei Personen». Die junge Geliebte habe sich nicht länger mit der Rolle der Nebenbuhlerin zufriedengeben wollen, der Ehemann war der Ehefrau überdrüssig und gab den Anstoß für die Tat, der letztlich die Tat ausführende Bekannte wurde als Werkzeug hinzugezogen.

Dessen Antrieb sei keineswegs die ihm nach der Tat überreichte Schmuckschatulle gewesen, stellte das Gericht fest. Viel eher habe er von seiner Persönlichkeit her Menschen gehasst, Massaker geplant und sei «innerlich bereit» für eine solche Tat gewesen. Ihm habe lediglich der Anlass gefehlt, führte der Richter aus. Eine mögliche verminderte Schuldfähigkeit schloss die Kammer aber aus.

In der Urteilsbegründung bezog sich der Richter auf das Mordmerkmal der Heimtücke. Der 56-Jährige und seine Geliebte hätten die Tat lange geplant und sich scheinbare Alibi besorgt. Die Aussage einer Verteidigerin, die Angeklagte belaste ihren Geliebten womöglich, weil der nach der Tat ihr nicht entsprechend beigestanden habe, wies der Richter zurück. Der Ehemann der Toten habe an mehreren Stellen Aussagen getätigt, die auf eine Mittäterschaft hindeuteten.

Seit 2020 führten die beiden Angeklagten eine Affäre. Sie begleitete ihn zunächst auf seinen täglichen Runden als Paketbote. Er kümmerte sich zusätzlich um seine körperlich eingeschränkt Frau. Die junge Frau forderte in der Folgezeit einen immer größeren Platz in dem Leben des Angeklagten ein. Dieser Wunsch führte schließlich zu dem Entschluss, die Frau umbringen zu wollen, um die Beziehung freier fortführen zu können. Zahlreiche Tötungsmethoden wurden erwogen. Das ging aus Internet-Suchanfragen hervor, die durch die Ermittlungen sichtbar wurden.

Wesentliche Grundlage für die Verurteilung waren umfangreiche Einlassungen der beiden jüngeren Angeklagten. Das Urteil ist noch nichts rechtskräftig. Die Prozessbeteiligten können gegen das Urteil binnen einer Woche Revision einlegen.

© dpa

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