Sorge um blühende Anlagen: Kommunen setzen auf Alternativen

Blumen gießen und Grünflächen bepflanzen wird nicht nur im Garten zur Herkulesaufgabe, wenn es lange Zeit nicht regnet und sehr heiß ist. Kommunen sorgen sich um ihre Anlagen - und denken weiter.
Butterblumen im Sonnenschein. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild

Genügsamer Kaktus statt durstiger Hortensie? In Sachsen-Anhalt arbeiten Kommunen fleißig angesichts von Wetterextremen wie langer Trockenheit und Hitze, um Blumenrabatten und Grünflächen resistenter zu machen. Dies sei auch beim Pflanzen von Bäumen und Sträuchern der Fall, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Ein Abschied von pflegeintensiven klassischen Staudenbeeten muss laut Experten kein Manko sein. Es gebe eine Vielzahl an Stauden, die sehr gut mit Trockenheit zurechtkämen. «Salbei, Katzenminze, Gaura, Fetthenne und Gräser, die auch bis spät in den Herbst Akzente setzen, sollten bei der Planung noch mehr Beachtung finden», sagte Michael Stein, Chef des Landesverbandes Garten- und Landschaftsbau.

Wie in Magdeburg sind Stadtgärtner bereits dabei, Beete statt im sogenannten Wechselfloor mit ganz- und mehrjährigen Stauden zu schmücken. «Außerdem wurden in den vergangenen Jahren für mehr Biodiversität mehr Blühwiesen angelegt, die sich mittlerweile wie ein Netz über die Stadt spannen», sagte ein Stadtsprecher. Blumeninseln seien wichtiger Lebensraum für Insekten. Auf den Blühwiesen kommen auch speziell auf die heimische Flora und Böden abgestimmte Saatgutmischungen zum Einsatz. Dazu zählten Büschelschön, Ringelblume, Mohn, roter und weißer Lein, Borretsch, Buchweizen, Kornblume, Ackersenf, Schafgarbe, Malve, Rotklee und Moschusmalve.

In Halle werden ebenso Erfahrungen von Fachleuten aus Baumschulen und Instituten des Gartenbaus genutzt. Die Katasterfläche der öffentlichen Grün- und Parkanlagen beträgt in der Saalestadt rund 480 Hektar. Insgesamt stehen jährlich rund 2,2 Millionen Euro zum Unterhalt der Grün- und Parkanlagen und den Erhalt des Baumbestandes zur Verfügung. Aus diesem Budget werde zudem unter anderem die Instandhaltung der Wege in Parkanlagen, die dortige Müllentsorgung, der Unterhalt von Gartentechnik, das Pflanz- und Saatgut oder auch die Reparatur und Erneuerung von Inventar wie Bänken finanziert.

In Wittenberg werden rund 35 Hektar öffentliche Grünanlagen gehegt und gepflegt. Es würden auch in der Lutherstadt zunehmend Baumarten gepflanzt, die mit Trockenheit und Hitze klarkommen. Dazu zählten etwa Hopfenbuche und Purpur-Erle. Seltener im Straßenraum werden den Angaben zufolge in der Lutherstadt Berg- und Spitzahorn, da diese schlecht mit Temperaturextremen zurechtkämen.

«Auch Sträucher die einen höheren Wasserbedarf haben, wie Rhododendron, Schneeball und Hortensie werden nur noch eingeschränkt verwendet», sagte die Sprecherin in Wittenberg. Wernigerode hat sich ebenso auf mehr Trockenheit mangels Niederschlägen eingestellt, wie eine Sprecherin der Harzstadt sagte. Das heißt wie auch im kleinen Garten: mehr Aufwand, Zeit und Kosten.

Deshalb gilt auch in Zeitz: «Bei der Bepflanzung mit Bäumen wird darauf geachtet, Arten zu verwenden, die Trockenphasen besser vertragen sollen, zum Beispiel Linden, Walnuss, Wildkirsche, Rosskastanie und Traubeneiche», sagte eine Sprecherin. Etwa 283 Hektar öffentliche Grünflächen habe die Stadt im Burgenlandkreis. Hinzu komme der Schlosspark Moritzburg mit zwölf Hektar. Im Haushalt 2022 wurden für den Unterhalt der städtischen Grünflächen 950.000 Euro eingestellt, für den Schlosspark etwa 381.000 Euro. Angesichts gestiegener Kosten werde für 2023 mit zehn Prozent mehr gerechnet.

© dpa
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