Erste Metall-Tarifrunde in Sachsen-Anhalt ohne Ergebnis

Die erste Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie in Sachsen-Anhalt ist ohne Ergebnis geblieben. Vertreter der IG Metall und des Verbands der Metall- und Elektroindustrie Sachsen-Anhalt (VME) konnten sich am Montag in dem eineinhalbstündigen Gespräch in Magdeburg nicht auf konkrete Punkte einigen. Die Verhandlungen sollen am 4. Oktober fortgesetzt werden.
Eine IG-Metall-Fahne weht im Wind. © Daniel Bockwoldt/dpa/Daniel Bockwoldt/Symbolbild

Die Gewerkschaft sprach anschließend von einer nicht nachvollziehbaren Reaktion der Arbeitgeberseite. «In der aktuellen Zeit auf Entgelterhöhungen und womöglich noch auf bestehende Sonderzahlungen zu verzichten, ist nicht die richtige Botschaft an die Beschäftigten», sagte der Verhandlungsführer der IG Metall, Thorsten Gröger. Die Arbeitgeber betonten, die Acht-Prozent-Forderung der Gewerkschaft sei angesichts der wirtschaftlichen Belastungen der Industrie «nicht vermittelbar».

Die IG Metall will acht Prozent mehr Geld und diese Steigerung in einem möglichst über zwölf Monate laufenden Tarifvertrag verankern. Einmalzahlungen lehnt sie ab. Die IG Metall habe der Arbeitgeberseite dargelegt, weswegen eine Entgelterhöhung von acht Prozent notwendig sei, hieß es seitens der Gewerkschaft. «Der private Konsum der Beschäftigten ist die Stütze der Wirtschaft. Hier die Kaufkraft nicht zu stärken, wäre ein fataler Schritt. Es geht darum, den Wohlstand der Menschen im Land bestmöglich zu erhalten und die Inflation nicht davongaloppieren zu lassen», sagte Gröger.

VME-Verhandlungsführer Frank Aschenbach sagte, man teile die Sorgen der Beschäftigten angesichts der hohen Inflation und immer weiter steigender Preise. «Jedoch treffen die enormen Preissteigerungen die Unternehmen mit der gleichen Wucht und können nicht durch die eigenen Verkaufspreise kompensiert werden.» Die meisten Betriebe seien mit dem Ausgleich der Inflation schlichtweg überfordert, so Aschenbach. Aus seiner Sicht müssten die berechtigten Interessen von Arbeitgebern und Beschäftigten «dringender denn je» ausbalanciert werden, um die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der Unternehmen im Sinne beider Seiten zu erhalten.

Aschenbach forderte die Gewerkschaft auf, gemeinsam ein Ergebnis zu finden, das allen gerecht werde. Die IG Metall betonte ihrerseits, sie erwarte in der nächsten Verhandlungsrunde im Oktober ein Angebot.

© dpa
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