Zuzahlungen für Pflege im Heim steigen trotz Kostendämpfer

Die Pflege im Heim wurde in den vergangenen Jahren immer teurer und teurer. Bringt ein staatlicher Kostendämpfer die erhoffte Entlastung?
Ein Betreuer geht in einem Pflegeheim mit einer Bewohnerin über den Flur. © Bernd Weißbrod/dpa/Symbolbild

Selbst zu zahlende Anteile für Pflegebedürftige im Heim sind in Sachsen-Anhalt weiter gestiegen und werden von neuen Zuschüssen nur teilweise abgefedert. Im ersten Jahr im Heim waren zum 1. Juli im Schnitt 1662 Euro pro Monat aus eigener Tasche fällig - 108 Euro mehr als zum 1. Januar, wie eine Auswertung des Verbands der Ersatzkassen ergab. Die zu Jahresbeginn eingeführten Zuschüsse steigen mit längerem Heim-Aufenthalt und dämpfen Kostenzuwächse dann jeweils stärker. Ohne Zuschüsse wären es nun im Schnitt in Sachsen-Anhalt 1700 Euro als Zuzahlung, 112 Euro mehr als zum 1. Januar.

In den Summen ist zum einen der Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung enthalten. Denn die Pflegeversicherung trägt - anders als die Krankenversicherung - nur einen Teil der Kosten. Für Heimbewohner kommen daneben aber noch Kosten für Unterkunft, Verpflegung und auch für Investitionen in den Einrichtungen dazu. Der Eigenanteil allein für die reine Pflege stieg nun - noch ohne Zuschüsse - im Schnitt auf 766 Euro, nachdem es am 1. Januar 672 Euro gewesen waren.

Zu Jahresbeginn traten aber auch Neuregelungen einer Pflegereform in Kraft. Heimbewohnerinnen und Heimbewohner bekommen damit jetzt neben den Zahlungen der Pflegekasse einen Entlastungszuschlag, der mit der Pflegedauer steigt. Der Eigenanteil für die reine Pflege soll so im ersten Jahr im Heim um 5 Prozent sinken, im zweiten um 25 Prozent, im dritten um 45 Prozent, ab dem vierten Jahr um 70 Prozent.

Gründe für die Kostensteigerungen sind gestiegene Löhne und höhere Lebenshaltungs- und Energiekosten, wie der Verband erläuterte. Denn der Zuschuss beziehe sich nicht auf Unterkunft, Verpflegung und Investitionen.

Die Chefin des Verbands der Ersatzkassen, Ulrike Elsner, sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Entlastung bei den Eigenanteilen sei für Pflegebedürftige besonders im ersten Jahr nur begrenzt spürbar. Sie werde durch die Steigerung der Pflegeentgelte marginalisiert. «Bei so hohen Eigenanteilen bleibt Pflegebedürftigkeit ein Armutsrisiko», warnte Elsner. Eine nachhaltige politische Lösung für das Problem insgesamt werde dringend gebraucht. Dabei stünden auch die Länder in der Verantwortung, endlich die Investitionskosten für Pflegeeinrichtungen zu übernehmen. Dies würde Pflegebedürftige bundesweit aktuell um durchschnittlich 469 Euro pro Monat entlasten.

© dpa
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