Justiz verhängte 2021 Geldauflagen von 5,66 Millionen Euro

Die Justiz belangt Beschuldigte oft auch finanziell. Im vergangenen Jahr ging die Summe der Geldauflagen zwar zurück. Gemeinnützige Organisationen profitierten aber nicht weniger.
Ein Staatsanwalt steht vor einem Stapel Gerichtsakten. © Christian Charisius/dpa/Symbolbild

Die Staatsanwaltschaften und Gerichte in Sachsen-Anhalt haben im vergangenen Jahr Geldauflagen in Höhe von rund 5,66 Millionen Euro verhängt. Davon flossen etwa 4,46 Millionen Euro in die Landeskasse, wie das Justizministerium in Magdeburg auf Anfrage mitteilte. Rund 1,2 Millionen Euro kamen gemeinnützigen Organisationen zugute. Die Gesamtsumme der Geldauflagen der Staatsanwaltschaften und Gerichte sei im Vergleich zum Vorjahr 2020, als es noch knapp sieben Millionen Euro waren, geringer ausgefallen. Der Anteil, der gemeinnützigen Organisationen zur Verfügung gestellt wurde, lag laut Ministerium aber weiter auf dem Niveau des Vorjahres.

Geld floss den Angaben zufolge in ganz unterschiedliche gesellschaftliche Bereiche: mit knapp 293.000 Euro etwa wurde die Hilfe für gesundheitsgeschädigte und behinderte Kinder unterstützt, an die allgemeine Jugendhilfe gingen rund 181.000 Euro, etwa 97.000 Euro kamen dem Natur- und Umweltschutz zugute. Die Straffälligen- und Bewährungshilfe profitierte im vergangenen Jahr mit 50.600 Euro von den Geldauflagen, es flossen aber auch Gelder in die Suchthilfe, die Verkehrserziehung sowie die Alten- und Hinterbliebenenhilfe.

Der Blick auf die am stärksten profitierenden Empfänger zeigt, dass die Pfeifferschen Stiftungen in Magdeburg mit rund 59.600 Euro das meiste Geld erhielten. Die Pfeifferschen Stiftungen betreiben unter anderem ein Kinderhospiz. Auch die Organisation Ärzte ohne Grenzen, sowie Vereine, die sich für krebskranke Kinder einsetzen, und das Kinderhospiz Bärenherz Leipzig erhalten vergleichsweise häufig Zahlungen.

Gerichte oder Staatsanwaltschaften können Personen im Rahmen von Ermittlungs- oder Strafverfahren die Zahlung von Geldauflagen zugunsten der Staatskasse oder einer gemeinnützigen Einrichtung auferlegen. Unter bestimmten Umständen können beispielsweise Verfahren gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt werden. Die Höhe des Betrages und den Empfänger legen Staatsanwaltschaften oder zuständige Richter fest. Oft steht der Zweck im Zusammenhang mit dem Delikt.

© dpa
Weitere News
Top News
People news
Auszeichnungen: George Clooney, U2 und Gladys Knight zu Gast im Weißen Haus
Fußball news
WM-Achtelfinale: Premiere und Rekord für Kane: England besiegt Senegal
People news
Sternekoch: Tim Raue: Politiker mögen kein Rumjammern
Games news
Featured: Resident Evil: Chronologische Reihenfolge der Spiele
Testberichte
Kurztest: Opel Mokka-e : Scheinriese unter Strom
Internet news & surftipps
Internet: Twitter sperrt Kanye West erneut
Reise
Gestörte Zugverbindungen: Bahnstreik in Frankreich bremst Verkehr nach Deutschland aus
Handy ratgeber & tests
Featured: Waagen-Apps für Apple Watch: Diese synchronisieren sich mit dem iPhone
Empfehlungen der Redaktion
Regional thüringen
Finanzen: Mehr Strafgelder aus Justiz für Vereine und Staatskasse
Regional mecklenburg vorpommern
Justiz: Eine Million Euro aus Verfahren für gemeinnützige Zwecke
Regional baden württemberg
Justiz: Höhere Einnahmen durch Geldauflagen im Südwesten
Regional niedersachsen & bremen
Gemeinnützigkeit: Einrichtungen erhalten Millionenbetrag von Straftätern
Regional baden württemberg
Staatsanwaltschaft Stuttgart: Verfahren gegen Innenminister Strobl endgültig eingestellt
Regional hamburg & schleswig holstein
Finanzen: «Cum-Ex»: Staatsanwaltschaft fordert 190 Millionen zurück
Regional hamburg & schleswig holstein
Musik: Charity-Hörspiel «Skibbie» mit Bjarne Mädel und Samy Deluxe
Familie
Mit Bjarne Mädel: Die kleine Maus «Skibbie» kommt als Charity-Hörspiel