Brandbekämpfung aus der Luft: Feuerwehrmann verletzt

Der Brocken ist bei Wanderern beliebt - für die Feuerwehr ist es ein denkbar schwieriges Gebiet. Um den Großbrand am Brocken unter Kontrolle zu bekommen, setzen die Einsatzkräfte auf Technik in der Luft.
Ein Löschhubschrauber der Bundespolizei bekämpft den Waldbrand aus der Luft. © Matthias Bein/dpa

Mit zwei Löschflugzeugen und diversen Hubschraubern wird der Waldbrand am Brocken seit Montag verstärkt aus der Luft bekämpft. Bei den Löscharbeiten wurde ein Feuerwehrmann schwer verletzt, als es zu einer Verpuffung an einem technischen Gerät kam, wie ein Sprecher des Landkreises Harz am Montagabend mitteilte. Er wurde mit einem Rettungshubschrauber ins Brandverletztenzentrum Bergmannstrost Halle geflogen.

Bisher sind den Angaben nach 2,8 Millionen Liter Wasser über dem Feuer verteilt worden. Die Brandbekämpfung aus der Luft zeige Wirkung, «Löscherfolg stellt sich ein», berichtete der Landkreis-Sprecher. Flugzeuge und Hubschrauber seien auch für Dienstag bestellt, der Katastrophenfall bestehe fort. Aktuell sind rund 300 Einsätzkräfte aus dem Landkreis Harz, dem Landkreis Goslar und dem Salzlandkreis vor Ort, für die Nacht sei Verstärkung vom Katastrophenschutz gekommen. Am Vormittag galt noch, dass das Feuer weiterhin nicht unter Kontrolle ist.

Betroffen sind den Angaben zufolge rund 150 Hektar (1,5 Quadratkilometer) im Nationalpark Harz. Der Landrat hatte am Sonntagvormittag den Katastrophenfall ausgerufen. Ortschaften sind nicht gefährdet. Es handelt sich um schwer zugängliches Gelände, deshalb wird im Wesentlichen auf das Löschen aus der Luft gesetzt. Auf der Fläche stehen vorwiegend abgestorbene Fichten. Über Nacht griff das Feuer den Angaben zufolge auf ein Moorgebiet über.

Der Landkreissprecher sagte, der Wind erschwere es, das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. Mit dem massiven Einsatz der Hubschrauber und Löschflugzeuge werde dagegen gearbeitet. Noch sei nicht abzusehen, wann der Brand gelöscht werden kann. Die Einsatzkräfte gingen bereits am Wochenende von mehrtägigen Löscharbeiten aus.

Die zwei Löschflugzeuge aus Italien könnten 6000 Liter Wasser transportieren. Sie nähmen ihr Wasser im Concordia-See, weniger als 50 Kilometer vom Brocken entfernt, auf. Im Einsatz waren auch Hubschrauber von Bundes- und Landespolizei sowie der Bundeswehr und privaten Anbietern. Die Harzwasserwerke stellten die Oker- und die Odertalsperre zum Betanken der Löschhubschrauber zur Verfügung. Die Bundespolizei und die Bundeswehr sorgten mit mobilen Tankstellen für die Kraftstoffversorgung.

Vom niedersächsischen Wurmberg aus waren am Montagmittag weiter mehrere Rauchsäulen zu sehen. Beobachter konnten erkennen, dass der Rauch zunehmend schwächer wird. Auf dem Wurmberg fanden sich wie schon am Wochenende auch zahlreiche Schaulustige ein.

Das Feuer war am Samstag gegen 14.30 Uhr am sogenannten Goetheweg in der Nähe des Aussichtspunktes Goethebahnhof entdeckt worden. Die Brandursache ist noch unklar. Der Goetheweg zum Brocken gilt als einer der meistfrequentierten Wanderwege im Nationalpark Harz.

Das Brockenplateau, auf dem sich unter anderem ein Hotel und ein Bahnhof befinden, wurde am Samstag evakuiert. Bis auf Weiteres bleibt es für Besucher gesperrt, ebenso die Wanderwege in der Gegend. Die Harzer Schmalspurbahnen, die mit ihren Zügen auf den Brocken fahren, haben den Betrieb dorthin eingestellt.

© dpa
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