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«Es brodelt im Land»: ARD-Film sucht Erklärungen im Osten

Vor einigen Monaten hat die ARD-Journalistin Jessy Wellmer schon einmal die besondere Sicht der Ostdeutschen gezeigt. Jetzt war sie wieder unterwegs für den Film «Hört uns zu! Wir Ostdeutsche und der Westen».
«Es brodelt im Land» - ARD-Film sucht Erklärungen im Osten
Jessy Wellmer, Sportmoderatorin bei ARD und RBB. © Michael Kappeler/dpa/Archivbild

Die Unzufriedenheit über ungleiche Löhne und Renten, der Unmut über «die da oben», die hohen Umfragewerte für die AfD: «Es brodelt im Land», stellt die künftige «Tagesthemen»-Moderatorin Jessy Wellmer zu Beginn ihres Films «Hört uns zu! Wir Ostdeutsche und der Westen» fest. Sie nimmt das zum Anlass für eine Erkundung in den ostdeutschen Bundesländern. Denn: «33 Jahre nach der Wiedervereinigung gibt es überraschend viel zu besprechen.»

Es ist eine Art Fortsetzung ihrer Reportage «Russland, Putin und wir Ostdeutsche» vom vergangenen Jahr. Schon damals versuchte die in Güstrow geborene Journalistin, die besondere Sicht von Ostdeutschen dingfest zu machen, damals auf den Ukraine-Krieg. Nun geht es um die neue Ost-West-Debatte, die vor allem der Leipziger Literaturprofessor Dirk Oschmann mit seinem Bestseller «Der Osten: eine westdeutsche Erfindung» beflügelt hat. Und um die aus oft sehr großer Distanz gestellte Frage: Was ist da eigentlich los im Osten?

Wellmer befragt dazu einen Lufthansa-Techniker, der es ungerecht findet, dass er im Osten für gleichen Lohn pro Woche 2,5 Stunden länger arbeiten müsse als die Kolleginnen und Kollegen im Westen. Die ARD-Reporterin begegnet dem Fußballtrainer Steffen Baumgart in Köln, der auch mit dem Klischee des Ossis zu kämpfen hatte, aber am Ende sagt: «Ich bin definitiv ein Gewinner aus der Situation heraus.» Wellmer trifft die Chemnitzer Band Blond ebenso wie potenzielle AfD-Wähler im brandenburgischen Seelow.

Die Journalistin tritt dabei ausdrücklich als Ostdeutsche auf und umgeht so den Vorwurf: Da kommen wieder die Westdeutschen in den Osten, um ihre eigenen Vorurteile zu bestätigen. Sie kann dem Bestseller-Autor Oschmann dann auch leichthin vorhalten, er habe ein «Handbuch der Verweigerung» geschrieben. Wenn ein junger Mann aus Seelow über Migranten schimpft, kontert sie geradeaus, das sei ja jetzt schon eine «krasse Verallgemeinerung».

Die interessantesten Erkenntnisse aber bringt eine für die Sendung erhobene Umfrage von Infratest Dimap. Darin sagen auf die Frage «Wie stark sind Ost und West zusammengewachsen?» 33 Jahre nach der deutschen Vereinigung - im Osten 35 Prozent der Befragten stark oder sehr stark, aber 62 Prozent weniger stark oder gar nicht. Im Westen ist das Verhältnis 40 Prozent zu 56 Prozent. Eine Mehrheit in beiden Fällen ist überzeugt: Da ist diese Kluft.

Der Sozialwissenschaftler Daniel Kubiak schließt aus dem Stand der Dinge, dass die «kulturelle Vereinigung» vielleicht gar nicht das Ziel sein muss, sondern vielleicht zunächst einmal Anerkennung für die Vielfalt. Wellmer selbst kommt zu dem Schluss: «Der Osten ist Heimat, Hoffnung, aber auch eine Aufgabe. Wir sollten sie annehmen.»

© dpa
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