Immer mehr Kommunen ergreifen Maßnahmen zum Energiesparen

Die Energiekrise treibt auch die Kommunen in Sachsen-Anhalt um. Viele überlegen, wie sie auf steigende Kosten und Engpässe reagieren können. Mancherorts bleiben die Lichter für Gebäudefassaden aus.
Blick auf das Schloss im Licht der aufgehenden Sonne. © Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Immer mehr Kommunen in Sachsen-Anhalt wollen verstärkt Energie sparen. Der Landkreis Mansfeld-Südharz hat etwa am Mittwoch mit Blick auf die zugespitzte Situation bei der Bereitstellung bezahlbarer Energie ein umfangreiches Maßnahmenpaket angekündigt. Die Kosten stiegen in nahezu allen Bereichen, sagte Landrat André Schröder (CDU) laut Mitteilung. Besonders kritisch ist die Lage in dem Landkreis, weil der Generalversoger den Angaben zufolge fristgemäß zum Jahresende gekündigt hat. Die Energieversorgung der Verwaltung müsse in der gegenwärtig schwierigen Phase nun neu vergeben werden, hieß es.

In den Gebäuden der Kreisverwaltung und den Sporthallen wird es dem Landkreis zufolge ab sofort keine Warmwasserversorgung mehr geben. Sollten Klimaanlagen existieren, erfolgt keine Raumkühlung mehr unter 26 Grad. Mit Beginn der Heizperiode sollen die Büros auf maximal 20 Grad geheizt werden. Für spezielle Räume, zum Beispiel in Schulen oder Untersuchungsräume im Gesundheitsamt, werden den Angaben zufolge abweichende Regelungen derzeit geprüft. Weitere Schritte werden erarbeitet.

Auch in Wernigerode wird derzeit an einem Maßnahmenkatalog gearbeitet. Dabei werde es unter anderem um die Beleuchtung und die Temperatur in der Verwaltung gehen, sagte eine Sprecherin der Stadt. Das Schloss bleibt schon jetzt dunkel, wie die Schlossgesellschaft zuvor mitteilte. Bis Mitte Oktober soll demnach auf die Beleuchtung ganz verzichtet werden. Sobald die Dunkelheit früher einsetze, sei das Anschalten der Außenbeleuchtung mit verkürzter Leuchtzeit angedacht.

Das Land Sachsen-Anhalt stellt sich unterdessen auf deutliche Mehrausgaben für Energie im nächsten Jahr ein. Man werde im Landeshaushalt 2023 rund 30 Millionen Euro zusätzlich für die Versorgung der Landeseinrichtungen einplanen, sagte Finanzminister Michael Richter (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Im Haushalt 2022 sind insgesamt 73 Millionen Euro für Kraftstoffe, Strom, Heizung veranschlagt. 30 Millionen Euro Aufschlag würde einem Plus von rund 41 Prozent entsprechen.

Am Dienstag hatte bereits die Stadt Halle angekündigt, unter anderem die Effektbeleuchtung am Roten Turm, dem Händeldenkmal und der Burg Giebichenstein nach und nach abzuschalten. Weitere Sparmaßnahmen greifen etwa in der Verwaltung, wo die Warmwasserbereitung in allen öffentlichen städtischen Gebäuden abgeschaltet und die Innenbeleuchtung reduziert werden soll. In Magdeburg soll sich eine Arbeitsgruppe mit Möglichkeiten zum Energiesparen auseinandersetzen. Die Stadt sieht aufgrund eines umfassenden Energiemanagements aber schon fast alle Potenziale ausgeschöpft.

© dpa
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