Waldbrandstreifen sollen Waldbrandgefahr verringern

Vor 65 Jahren legten Förster vorsorglich Waldbrandriegel an, um die Wälder vor Bränden zu schützen. In Jahren mit genug Regen geriet das Wissen in Vergessenheit - wird nun aber immer wichtiger.
André Salomon steht inmitten eines Waldbestandes aus Roteichen. © Matthias Bein/dpa/Archivbild

Fichten prägten den Harz über viele Jahrzehnte. Die Nadelbäume wuchsen schnell und dienten der Holzgewinnung. In Zeiten des Klimawandels wird der Regen knapp, kaum irgendwo sieht man die Folgen deutlicher als im Harz. Die Flachwurzler verdursten regelrecht und werden Opfer des Borkenkäfers. Großflächige Brachen mit abgestorbenen oder gefällten Bäumen prägen das Mittelgebirge. An vielen Stellen wurden Fichten Opfer von Waldbränden. Durch ihr Harz sind sie besonders anfällig für Feuer.

Auch im Stadtwald von Derenburg stehen Fichten. Doch hier hat eine Revierförsterin vor 65 Jahren einen Waldbrandriegel angelegt, zeigt Bürgermeister André Salomon. Er ist 1,5 Hektar groß. «Südlich von uns liegt ein Fichtenwald, der auf Felsen wächst, also sehr wenig Wasser bekommt. Wenn am Aussichtspunkt dort etwas passiert, würde sich das Feuer durch den Wald fressen.» Salomon, der auch Feuerwehrmann ist, weiß, wie verheerend Waldbrände in Fichtenwäldern wüten. Doch die Roteichen schützen den Fichtenbestand seit 65 Jahren.

«Die Roteiche kommt aus Nordamerika», erklärt Thomas Roßbach. Er leitet das Betreuungsforstamt, zu dem auch der Stadtwald von Derenburg gehört. Dicht an dicht stehen die riesigen Bäume. Unter ihnen ist es dunkel. Ähnlich wie bei Nussbäumen hat Bodenvegetation hier kaum eine Chance. Dadurch findet ein Feuer keine Nahrung. «Das Laub der Roteiche ist außerdem feuerhemmend. Dadurch wird auf natürliche Weise die Ausbreitung von Waldbränden verhindert.»

Das Wissen der Vorfahren ist in Jahren mit mehr Niederschlägen in Vergessenheit geraten. André Salomon ist froh über die Weitsicht der Försterin und über ihr Experiment mit dem Waldbrandriegel. Heute folgen die Förster hier ihrem Beispiel und pflanzen erneut junge Roteichenbestände an, die in 35 Jahren ihre feuerhemmende Wirkung voll entfalten. Thomas Roßbach hält es angesichts zunehmender Trockenheit für sinnvoll, die Roteiche zu etablieren, um Waldbrände einzudämmen oder zu verhindern. «Ich bin mir sicher, dass sich das auszahlen wird», so der Förster.

Vor allem in den trockenen Sommern steigt die Waldbrandgefahr deutlich an. Im ersten Halbjahr 2022 verzeichnet das Landeszentrum Wald bereits mehr als doppelt so viele Waldbrände wie im gesamten vorigen Jahr.

© dpa
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