Pflicht entfällt: Fahrgäste tragen Maske zum Teil freiwillig

Als erstes Bundesland hat Sachsen-Anhalt die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen des Nahverkehrs abgeschafft. Wie lief das am ersten Tag?
Eine Straßenbahn fährt durch Innenstadt. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Nach dem Wegfall der Maskenpflicht in Bussen und Bahnen des Nahverkehrs in Sachsen-Anhalt sind die ersten Reaktionen der Menschen unterschiedlich ausgefallen. Einige Fahrgäste freuten sich, andere würden weiter freiwillig Maske tragen, sagte eine Sprecherin der Stadtwerke Halle der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. An den Haltestellen und den Fahrzeugen seien die Aufkleber mit dem Hinweis auf die Maskenpflicht zuvor entfernt worden. Außerdem wurden entsprechende Ansagen deaktiviert.

Auch laut einer Umfrage gehen die Meinungen der Menschen in Deutschland zum Ende der Maskenpflicht auseinander. 50 Prozent der Befragten befürworten es, dass Bayern und Sachsen-Anhalt als erste Bundesländer die Corona-Maskenpflicht im ÖPNV streichen. 40 Prozent lehnen den Schritt ab, 10 Prozent machten keine Angabe. Das Umfrageinstitut YouGov hatte dafür am Mittwoch 3847 Personen in Deutschland ab 18 Jahren befragt.

Die Verkehrsbetriebe rufen die Fahrgäste weiterhin zu einem gesundheitsbewussten Verhalten auf. Die Hallesche Verkehrs-AG (Havag) teilte mit, man appelliere an alle Fahrgäste, sich «rücksichtsvoll zu verhalten, um andere zu schützen». Die Havag ist ein Tochterunternehmen der Stadtwerke Halle. «Selbstverständlich könnt ihr weiterhin zum eigenen Schutz & zum Schutz anderer Fahrgäste eine Maske tragen», hieß es auf dem Twitterkanal der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB). Das Unternehmen ist aktuell dabei, Aufkleber mit dem Hinweis auf die Maskenpflicht zu entfernen.

Laut dpa-Reportern trugen einige Fahrgäste in der Landeshauptstadt am Donnerstag weiterhin eine Maske, insbesondere ältere Menschen. Ein älteres Ehepaar sagte, dass sie nicht wüssten, dass die Änderung schon «so ratzi-fatzi» gilt. Andere Fahrgäste meinten, aktuell gehe «die Grippe rum», da sei es besser, weiter Maske zu tragen.

«Junge Leute hatten heute Morgen keine Maske auf, aber das hatten sie auch schon Wochen vorher nicht mehr», sagte eine 49-jährige Magdeburgerin. Senioren seien dagegen mit Mund-Nasen-Schutz unterwegs. Sie selbst will das Masketragen künftig von der Fülle des Straßenbahnwagens abhängig machen.

In Sachsen-Anhalt ist die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen des Nahverkehrs am Donnerstag entfallen. Es ist das erste Bundesland, das auf die Regel verzichtet. Die Menschen sollen künftig eigenverantwortlich entscheiden, ob sie den Mund-Nasen-Schutz aufsetzen oder nicht. Weiterhin getragen werden muss der Mund-Nasen-Schutz im öffentlichen Fernverkehr, das regelt das Bundesinfektionsschutzgesetz. Es schreibt auch vor, dass FFP2-Masken in Kliniken, Pflegeheimen, Arztpraxen und anderen Gesundheitseinrichtungen getragen werden müssen. In Bayern soll die Maskenpflicht im ÖPNV am Samstag fallen.

© dpa
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