Steinmeier-Besuch in Quedlinburg: Ukraine-Krieg bleibt Thema

Unterbringung von Kriegsflüchtlingen, Herausforderungen durch hohe Energiepreise: Während Steinmeiers Besuch in Quedlinburg wurde viel über die Folgen des Ukraine-Kriegs gesprochen. Die Bilanz des dreitägigen Besuchs: Miteinander Reden hilft.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (r) im Gespräch mit Besuchern des Kulturzentrums Reichenstraße in Quedlinburg. © Jesco Denzel/BPA/dpa

Sorgen angesichts des Ukraine-Kriegs haben bei dem Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Quedlinburg die Gespräche dominiert. «Viele haben mir ihr Verständnis signalisiert, dass man in einer solchen Situation an der Seite der Opfer stehen muss», sagte Steinmeier zum Abschluss seines dreitägigen Aufenthalts am Donnerstag. «Viele haben aber auch signalisiert, dass sie Sorgen haben, dass sich die Folgen des Krieges auch hier in Deutschland niederschlagen.»

Die Reise finde zu einem Zeitpunkt statt, an dem man «natürlich» mit Sorge über die zukünftige Energieversorgung des Landes miteinander redet, so der Bundespräsident weiter. «Alles nicht einfach, wie wir wissen. Aber ich glaube, das ist der richtige Zeitpunkt, um die möglichen Wege in die Zukunft miteinander zu besprechen.»

Das Staatsoberhaupt besuchte daher am letzten Tag ein in der Stadt ansässiges Traditionsunternehmen - eine Walzengießerei. Mitarbeiter des Unternehmens berichteten von den Umbrüchen nach der Wende, aber auch von den Herausforderungen, vor denen sie angesichts der steigenden Energiekosten stehen. Um Lösungen wird gerungen. Zunächst soll statt Erdgas etwa Propangas als Brückentechnologie eingesetzt werden. «Unser Königsweg aus der Krise ist, dass wir mehr und mehr Energie über Photovoltaik bei uns einspeisen», sagte Co-Geschäftsführer Martin Schrumpf.

Aus dem Ortsbesuch in der Stadt im Harzvorland, deren viele Fachwerkhäuser zum Unesco-Weltkulturerbe zählen, nimmt Steinmeier vor allem die Relevanz von persönlichem Austausch mit: Für die Politik sei es ganz wichtig, wieder unmittelbar das Gespräch mit den Menschen «weit draußen im Land» zu führen, so Steinmeier. Politik werde nicht nur in der Bundeshauptstadt und nicht nur in der Landeshauptstadt gemacht. «Über Politik wird geredet, im ganzen Land. Auch in Kleinstädten und im ländlichen Raum.»

Zum Abschluss des Aufenthalts in 24.000-Einwohner-Stadt zeichnete der Bundespräsident fünf Sachsen-Anhalter für ihr Engagement für das Gemeinwohl aus. Drei Frauen und zwei Männer erhielten den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Sie seien unter anderem in der Geschichts- und Demokratiebildung, für Menschen mit Behinderung, in der Wissenschaft, in der Leseförderung oder der Sehbehindertenselbsthilfe aktiv, hieß es in der Begründung.

Ziel des Besuchs war es, mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen. Quedlinburg war die zweite Station einer Serie von Reisen unter dem Titel «Ortszeit Deutschland». In den kommenden Monaten sind weitere Stationen geplant.

© dpa
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