220 Bewerber für 944 Stellen an allgemeinbildenden Schulen

Sachsen-Anhalt ringt um Lehrer. Wie groß die Probleme sind, zeigt wieder die jüngste große Ausschreibungsrunde. Die Bildungsministerin räumt ein, dass ein Ziel der Koalition in den nächsten Jahren nicht mehr erreichbar ist.
Ein Schwamm liegt in der Grundschule am Schloss in der Ablage einer Kreidetafel. © Klaus-Dietmar Gabbert/ZB/dpa/Archivbild

Auf die jüngste große Ausschreibung von Lehrerstellen in Sachsen-Anhalt ist die Resonanz wieder verhalten geblieben. 944 Stellen an allgemeinbildenden Schulen waren angeboten worden, 220 Bewerberinnen und Bewerber bekundeten ihr Interesse, wie das Bildungsministerium in Magdeburg auf Anfrage mitteilte. Unter den Bewerbern seien 101 ausgebildete Lehrkräfte und Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst gewesen.

Bildungsministerin Eva Feußner (CDU) räumte in einem Interview mit der «Magdeburger Volksstimme» (Dienstag) ein, dass das Ziel der schwarz-rot-gelben Koalition einer 103-prozentigen Unterrichtsversorgung in den nächsten Jahren nicht mehr erreichbar ist. 103 Prozent seien «aktuell unrealistisch», sagte sie. «Den Wert werden wir in dieser Legislatur nicht erreichen. Das muss man so offen sagen. Mit einer echten Entspannung rechnen wir erst ab Anfang der 30er Jahre.»

Vor allem an Sekundarschulen und Gemeinschaftsschulen fehlen Lehrkräfte. Erklärtes Ziel der Koalition von CDU, SPD und FDP sind 103 Prozent, um Ausfälle etwa wegen Krankheit oder Elternzeit abfedern zu können.

Bei der jüngsten Ausschreibung gaben viele Interessenten jeweils Bewerbungen für verschiedene Stellen ab. Dennoch blieben den Angaben zufolge 449 Stellen an den allgemeinbildenden Schulen ohne Bewerbung. Und auch von 174 ausgeschriebenen Stellen, für die es wegen der schwierigen Besetzung eine Zulage gibt, blieben 102 ohne Interessenten.

Ein Ministeriumssprecher erklärte: «Stellen ohne Bewerbungen finden sich inzwischen in allen Regionen und Schulformen gleichermaßen. Es lassen sich nicht mehr bestimmte Fächer hervorheben, bei denen die Besetzung besonders schwierig ist. Der gesamte Fächerkanon ist inzwischen vom Mangel betroffen.»

Für berufsbildende Schulen waren in der großen Ausschreibungsrunde 52 Stellen offeriert worden. 67 Bewerber hätten 215 Bewerbungen abgegeben. Keine Stelle sei ohne Interessent geblieben, hieß es. Von den 67 Bewerbern seien 10 ausgebildete Lehrkräfte oder aktuell in Ausbildung.

Die Stellen, die ohne Bewerber geblieben sind, wurden laut Ministerium inzwischen wieder ausgeschrieben. Das Landesschulamt biete kontinuierlich Stellen an.

© dpa
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