Studie bemängelt Personallage in Sachsen-Anhalts Kitas

Kita-Plätze gibt es in Sachsen-Anhalt im Gegensatz zu anderen Bundesländern genug. Doch es hakt beim Personalschlüssel. Eine Studie gibt konkrete Empfehlungen, wie die Landesregierung die Situation verbessern kann.
Ein Kind spielt in einer Kita. © Sebastian Gollnow/dpa/Illustration

In Sachsen-Anhalt muss sich einer Studie zufolge eine Kita-Erzieherin weiterhin um zu viele Kinder kümmern. In den Krippengruppen kommt eine Vollzeitbeschäftigte rechnerisch auf 5,4 Kinder, bundesweit sind es 3,9. Ähnlich ist es in Kindergartengruppen: Dort seien es 10,4 Kinder, während es bundesweit 8,4 seien. Das geht aus dem am Donnerstag vorgelegten Ländermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme der Bertelsmann Stiftung hervor.

Die Studienautoren stellen fest, dass sich die Situation in Sachsen-Anhalt seit 2014 leicht verbessert hat. «Aber im Vergleich zu den Empfehlungen der Bertelsmann Stiftung (1 zu 7,5) ist eine Fachkraft immer noch für fast drei Kinder mehr verantwortlich.»

Das größte Problem in den Kitas bleibe der Fachkräftemangel. «Die Landesregierung muss endlich durch gesetzliche Reformen die Voraussetzungen für die Einstellung von mehr Personal in den Kitas schaffen», sagt Kathrin Bock-Famulla, Expertin für frühkindliche Bildung der Bertelsmann Stiftung. Sie empfiehlt, dass Sachsen-Anhalt künftige Bundesmittel für Kitas ausschließlich für eine bessere Personalausstattung verwenden soll.

Ob die Landesregierung dem folgen wird, ließ das Sozialministerium am Donnerstag offen. Im Koalitionsvertrag sei auch die Beitragsentlastung von Familien verankert, teilte das Haus von Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) auf Anfrage mit.

Außerdem verweist das Ministerium darauf, dass auch andere Faktoren bei der Kinderbetreuung betrachtet werden müssten. So erreiche Sachsen-Anhalt bei der Betreuung der Unter-3-Jährigen im Ländervergleich bespielsweise einen Spitzenwert. «Auch die Betreuungsumfänge liegen in Sachsen-Anhalt deutlich über dem Bundesdurchschnitt.» Dies belege die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Land. Um mehr Personal zu gewinnen, soll bei der Erzieherausbildung auf Schuldgeldfreiheit gesetzt und es sollen mehr Quereinsteiger gewonnen werden.

Um einen Personalschlüssel zu erreichen, der wissenschaftlichen Empfehlungen entspreche, müssten in Sachsen-Anhalt laut der Studie zusätzlich rund 10.900 Fachkräfte eingestellt werden. Dadurch entstünden zusätzliche Personalkosten von rund 529 Millionen Euro pro Jahr.

Der Fachkräftemangel ist laut Studie ein doppeltes Problem: Zu wenig Personal verschlechtert nicht nur die Qualität der frühkindlichen Bildung für die Kinder, sondern auch die Arbeitsbedingungen für die Fachkräfte. Dadurch sinken die Chancen, vorhandenes Personal im Beruf zu halten.

Insgesamt gibt es in Sachsen-Anhalt den Angaben zufolge fast ausreichend Kita-Plätze, um die Nachfrage der Eltern zu decken. Im kommenden Jahr fehlen 1400 von den benötigten 94.400 Plätzen.

© dpa
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