Milder Oktober und Ausbildung sorgen für weniger Jobsucher

Der Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt trotzt der Krise - noch. Die Unternehmen suchen zwar weiter nach Arbeitskräften, sind aber bei Neueinstellungen vorsichtiger. Denn es gilt, die Jobs zu halten, nicht nur saisonal bedingt.
"Agentur für Arbeit" hängt über dem Eingang der Bundesagentur. © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Trotz Krisenstimmung im Land ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt aus Sicht von Experten weiter stabil. Mitte Oktober waren in Sachsen-Anhalt rund 77.600 Arbeitslose registriert. Das waren 1300 weniger als im September, wie die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Halle mitteilte. In den Jobcentern in Sachsen-Anhalt waren im Oktober rund 125 500 erwerbsfähige leistungsberechtigte Menschen registriert, 3100 weniger als im September und 2100 mehr als vor einem Jahr.

Unterdessen sank die Arbeitslosenquote in Sachsen-Anhalt, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, von 7,2 Prozent im September auf 7,1 Prozent im Oktober (Vorjahresmonat: 6,6 Prozent). Dabei gibt es regionale Unterschiede. Die höchsten Quoten wiesen die Landkreise Mansfeld-Südharz mit 9,4 Prozent und Stendal mit 9,0 Prozent aus, die niedrigsten Quoten die Landkreise Börde mit 4,7 Prozent und Harz mit 5,0 Prozent.

«Unsere Wirtschaft muss gerade viele Belastungen gleichzeitig aushalten», sagte der Chef der Regionaldirektion, Markus Behrens. Hohe Energiepreise, gestörte Lieferketten und fehlende Fachkräfte machten den Unternehmen zu schaffen, die wirtschaftlichen Prognosen für 2023 erhöhten die Unsicherheit zusätzlich. Die Arbeitsagenturen registrierten im Oktober rund 100 Anzeigen von Arbeitgebern auf Kurzarbeit für etwa 2100 Beschäftigte, so aus der Metallbranche.

«Trotz alledem zeigt sich der Arbeitsmarkt weiterhin sehr beständig», sagte Behrens. Dazu beigetragen habe der Ausbildungs- und Studienbeginn sowie das spätsommerliche Wetter, bei dem weiter im Freien gearbeitet werden konnte. Den milden Oktober spürte auch die Tourismusbranche, hieß es. Unterdessen meldeten Arbeitgeber den Arbeitsagenturen im Oktober 3400 neue Stellen im Land, rund 100 weniger als im Vormonat und 700 weniger als vor einem Jahr. Die meisten neuen Stellen betrafen die Zeitarbeitsbranche, Unternehmensdienstleistungen und das verarbeitende Gewerbe.

Die Unternehmen halten laut Behrens zwar ihre Beschäftigten, sind aber bei Neueinstellungen vorsichtiger. «Falls nicht massiv Energie fehlt und deshalb die Produktion ausfällt, wird es keinen gravierenden Einbruch am Arbeitsmarkt geben», zeigte sich der Chef der Regionaldirektion optimistisch für Sachsen-Anhalt. Dennoch fehle es an Nachwuchs. Allein 1300 von Arbeitgebern bei den Arbeitsagenturen gemeldete Ausbildungsstellen konnten 2022 noch nicht besetzt werden, vor allem in der Produktion, für kaufmännische Dienstleistungen, im Handel, Vertrieb und im Tourismus.

Bundesweit ist die Zahl der Arbeitslosen im Oktober ebenfalls zurückgegangen, im Vergleich zum Vormonat um 43.000 auf 2.442.000 Menschen. Sie liege jedoch um 65.000 höher als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres, teilte die Bundesagentur für Arbeit mit. Die Arbeitslosenquote in Deutschland sank binnen Monatsfrist um 0,1 Punkte auf 5,3 Prozent im Oktober. Stichtag für die Erhebung der Arbeitsmarktdaten war der 13. Oktober.

© dpa
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