Rund 1200 Jahre alter Einbaum einer Elbfähre gerettet

10.04.2022 Ein mittelalterlicher Einbaum, etwa sieben Meter lang, hat rund 1200 Jahre in der Elbe überdauert. Er soll einst als Schwimmkörper einer Fähre gedient haben. Archäologen spüren seiner Geschichte nach.

Dübel in Holzbohlen eines mittelalterlichen Einbaums liegt im Landesamt für Denkmalpflege. © Sebastian Willnow/dpa/Archivbild

Archäologen haben ein rund 1200 Jahre altes Eichenholzteil einer Elbfähre gerettet. «Es sieht aus wie ein Einbaum, aber eigentlich ist es ein Schwimmkörper», sagte Archäologin Susanne Friederich der Deutschen Presse-Agentur. Das rund sieben Meter lange Eichenholzteil wurde Mitte März aus dem Konservierungsbad gehoben und muss jetzt noch etwa ein halbes Jahr trocknen. «Die Fähre bestand möglicherweise aus vier dieser Schwimmkörper, über welche Holzbohlen angebracht wurden», sagte Friederich.

Untersuchungen zufolge stammt das Holz aus der Zeit um oder nach 797. «Das ist bemerkenswert, weil im Jahr 805 die Stadt Magdeburg als fränkisches Grenzkastell im «Diedenhofener Kapitular» (königliche Anordnung) von Karl dem Großen erstmals erwähnt wurde», sagte Friederich. «Damit könnte die Fähre aus der Anfangszeit Magdeburgs stammen.» Das Holzstück lag in der Nähe des heutigen Magdeburger Stadtteils Randau im Flussbett der Elbe.

«Es müssen einst vier solcher Schwimmkörper zu einem Floß gehört haben. Die Fläche war möglicherweise sieben mal fünf Meter groß», sagte Friederich. Die Bergung des Holzteils war eine mühsame Sache. Um es in einem Stück aus dem Wasser zu ziehen, wurde ein Behälter angefertigt. Danach kam das Holz in eine Wanne mit einer 50-prozentigen wasserlöslichen Kunststofflösung. Der Kunststoff verdrängte das Wasser und stabilisierte das Holz.

«Mitte März wurde der Schwimmkörper mit einem Kran aus der Lösung geholt und trocknet seitdem», sagte die Archäologin. «Noch etwa ein halbes Jahr wird das Holz trocknen.»

Deutlich sichtbar sind Zapfen im Holz zu erkennen, die den Schwimmkörper, der oben offen war, zusammen hielten. Nach dem Trocknen wird ein Spezialist für mittelalterliche Schiffe das Ganze wissenschaftlich untersuchen. «Wir können davon ausgehen, dass damals das Flussufer der Elbe anders verlief. Die Fähre transportierte Menschen, Vieh und schwere Waren über den Fluss», sagte Friedrich.

© dpa

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