Etwas mehr Arbeitslose im Land: Sorge um Gaslieferungen

Die Ukraine-Krise hat der Arbeitsmarkt bisher laut Experten relativ gut verkraftet. Doch was passiert, wenn die Gaslieferungen aus Russland komplett ausbleiben würden?
Das Logo der Bundesagentur für Arbeit vor der Zentrale in Nürnberg. © Daniel Karmann/dpa/Symbolbild

Mit Beginn der Ferienzeit ist die Arbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt gestiegen. Rund 78.600 Menschen waren im Juli zur Monatsmitte arbeitslos registriert. Das waren 2600 Menschen mehr als im Juni, wie die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit am Freitag in Halle mitteilte. Die Arbeitslosenquote wuchs in Sachsen-Anhalt im Vergleich zum Juni um 0,3 Prozentpunkte auf 7,2 Prozent. Im Vorjahresmonat waren es 7,1 Prozent.

«Wir haben den Arbeitsmarkt bisher gut durch die Corona-Krise und die bisherigen wirtschaftlichen Folgen des Krieges gebracht», sagte Markus Behrens, Chef der Regionaldirektion, angesichts des russischen Angriffskrieges in der Ukraine.

Die Unsicherheiten bei den Gaslieferungen aus Russland blieben jedoch eine Herausforderung für bestimmte Branchen. Dazu zählten die Stahlindustrie, die Chemie- und Glasindustrie. «Ein möglicher Stopp der Gaslieferungen würde zu Produktionsausfällen führen und auch auf den Arbeitsmarkt durchschlagen, vor allem auf die Kurzarbeit», sagte Behrens. Nach ersten Hochrechnungen waren im April rund 6200 Beschäftigte in 900 Betrieben von Kurzarbeit betroffen. Im Juli meldeten 60 Arbeitgeber für etwa 800 Mitarbeiter Kurzarbeit an.

Angesichts der Fachkräftemangels in Sachsen-Anhalt sei der Bedarf an Arbeitskräften indes weiter hoch. Arbeitgeber meldeten den Arbeitsagenturen im Land im Juli 4200 neue Stellen. Etwa jede fünfte Stelle (22,2 Prozent) kam aus der Zeitarbeitsbranche. Insgesamt gebe es derzeit rund 23.500 gemeldete freie Stellen.

Ein Grund für den aktuellen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Land sei das Schuljahresende. Bis zum Beginn einer Ausbildung meldeten sich junge Menschen zunächst arbeitslos. Sie seien somit in einer Wechselphase, sagte Behrens. Hinzu komme, dass ukrainische Geflüchtete, die zunächst als Asylbewerber eingestuft waren, seit 1. Juni in der Arbeitslosenstatistik auftauchen. Von Juni auf Juli stieg die Zahl der ukrainischen Arbeitslosen in Sachsen-Anhalt um 1700 auf 4500 Menschen, darunter viele Frauen. Die Arbeitsmarktdaten wurden den Angaben nach zum 12. Juli 2022 erfasst.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland insgesamt ist binnen Monatsfrist um 107.000 auf 2,47 Millionen im Juli gestiegen, wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 120.000 Arbeitslose weniger. Die Arbeitslosenquote betrug im Juli 5,4 Prozent (Juni: 5,2 Prozent; Juli 2021: 5,6 Prozent). Die geringste Quote wies Bayern mit 3,2 Prozent, die höchste Bremen mit 10,3 Prozent aus.

© dpa
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