Weltenbummler mit Trabant - «Drehorgel-Rolf» wird 75

Ob im Trabant quer durch die USA oder mit der «Rennpappe» in Afrika. Rund 80 Länder hat der Hallenser nach eigenen Angaben schon gesehen. Jetzt zieht es ihn, zumindest gedanklich, in ein unbekanntes Land.
Aktionskünstler Rolf Becker steht an seinem Trabi aus dem Jahr 1989 in Halle/Saale. © Hendrik Schmidt/dpa

Weltenbummler «Drehorgel-Rolf» denkt noch lange nicht an den Ruhestand. Stattdessen schmiedet er zum 75. Geburtstag an diesem Mittwoch kühne Pläne. «Ich habe noch ein großes Ziel, Nordkorea, das würde mich interessieren», sagt der Hallenser. Schon lange habe er darüber nachgedacht, sich selbst ein Bild von dem Land zu machen, fernab seiner Heimatstadt. «Ich will gucken, was geht», räumt er ein. Denn nicht alle seiner Pläne gingen in Erfüllung. So wie eine geplante Reise mit dem Trabant in Vietnam.

Das DDR-Fahrzeug sorgte zu Beginn seiner Zeit als Weltenbummler für Aufsehen, als er mit dem liebevoll «Rennpappe» genannten 26-PS-Fahrzeug quer durch die USA fuhr, wie Aufnahmen in seinem Fotoalbum zeigen. In etwa 80 Ländern sei er bisher gewesen, auf allen Kontinenten - mit dem Trabant. Wie er das geschafft habe? «Das ist meine Hartnäckigkeit», meint er. Und fügt «rolfmäßig», wie er sagt, seine Maxime aus Anlass seines 75. Geburtstags (11. Mai) hinzu: «Kopf «runter» und weiter». Über das Alter denke er nicht nach. «Das ist nur eine Zahl».

Der Ostdeutsche, der mit bürgerlichem Namen Rolf Becker heißt, hat nach eigenen Angaben 1983 in der DDR mit dem Drehorgelspiel angefangen, so manche Rekorde damit erzielt. Einen lockeren Spruch auf der Zunge, unterhaltsam und durchaus umstritten für seine Aktionen - so kennt man ihn weit über Halle hinaus. Den Beruf des Diesellokschlossers hat er erlernt, den Diplomingenieur per Studium erworben - und so manchen Job gemacht.

Der Jubilar, der auch «D-Rolf» genannt wird, lebt in Halle an der Saale am Fluss-Ufer. In diesem Jahr will er einem weltweit bekannten Sohn der Stadt seine Ehre erweisen: Aus Anlass der 100. Händel-Festspiele will er auf der Drehorgel Musik des Barockkomponisten Georg Friedrich Händel (1685-1759) spielen. «Da bin ich der Eenzje (hochdeutsch: Einzige), der das kann», sagt «Drehorgel-Rolf» in seiner typischer Mundart selbstbewusst.

© dpa
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