Erst souverän, dann gezittert: Magdeburg siegt in Karlsruhe

Der 1. FC Magdeburg hat auf das gute Auftaktspiel die nächste gute Leistung in der 2. Bundesliga folgen lassen. Beim Karlsruher SC holen sich die Elbestädter auch Selbstvertrauen für das DFB-Pokal-Spiel gegen Eintracht Frankfurt.
Der Magdeburger Andreas Müller (r) bejubelt seinen Treffer zum 0:1. © Uli Deck/dpa

Aufsteiger 1. FC Magdeburg hat mit dem 3:2 (3:0) beim Karlsruher SC zumindest über 45 Minuten den Beweis angetreten, dass das aus Liga drei mitgebrachte Spielkonzept auch eine Liga höher funktioniert. Dabei profitierten die Elbestädter von einer verbesserten Effizienz und individuellen Fehlern der Gastgeber. Magdeburg zeigte allerdings auch, dass das Team noch lernen muss, denn in der zweiten Hälfte waren die Elbestädter defensiv dem wachsenden Gegnerdruck nicht mehr gewachsen und kassierten per Doppelschlag (63., 65.) den Anschlusstreffer.

«Drei Punkte sind das Wichtigste am Spieltag. Heute war ein wichtiger Schritt. Auch, das was uns in der zweiten Halbzeit passiert ist, dass wir hinten reingedrückt worden sind und viele Eingaben verteidigen mussten. Das wird den Jungs ein Stück weit Selbstvertrauen geben. Aber auch in dem Wissen, dass wir noch einiges an Intensität in der Zweikampfführung zulegen müssen», sagte Magdeburgs Trainer Christian Titz.

Zwei Veränderungen hatte der Trainer vornehmen müssen: Moritz Broni Kwarteng und Tim Sechelmann ersetzten die zuletzt erkrankten Tatsuya Ito und Jamie Lawrence, die beide auf der Bank Platz nahmen. Wie schon gegen Düsseldorf arbeitete der FCM mit viel Ballbesitz und schnell vorgetragenen Angriffen. Diesmal jedoch belohnte sich die Mannschaft früh. Schon nach sechs Minuten war es Mittelfeldmann Andreas Müller, der nach einer Ecke aus gut 20 Metern traf.

Der KSC arbeitete sich nur langsam in die Partie, weil der FCM nach der Führung enorm ballsicher agierte. Mitten hinein in die Karlsruher Drangphase erhöhte der FCM auf 2:0. Baris Atik (32.) konnte ohne Gegnerdruck im Strafraum dribbeln und schloss trocken ins kurze Eck ab. Nun war den Gastgebern die Verunsicherung nach der 0:5-Auftaktpleite in Paderborn anzumerken. Ausgerechnet der erfahrene Daniel Gordon spielte einen katastrophalen halbhohen Rückpass zu seinem Torwart, Kwarteng staubte ab (34.).

Zur Halbzeit schien Magdeburg alles im Griff zu haben, musste allerdings einen Doppelwechsel vornehmen: Atik und Alexander Bittroff mussten passen, Ito und Lawrence ersetzten sie. «Als wir aus der Halbzeit rauskamen, haben wir einen zentralen Fehler gemacht. Da sind wir angelaufen worden. Dann haben wir extra Zielspieler reingebracht und wollten überspielen mit dem Chipball in den Zwischenraum oder in die Tiefe. Das ist nicht gelungen. Wir haben auch einige Fehlpässe gehabt. Der KSC hatte mehrere gute Möglichkeiten», analysierte Titz den zweiten Durchgang.

Die Ballsicherheit und Souveränität der ersten Hälfte ging dem FCM jetzt ab, der KSC erspielte sich zahlreiche Chancen und nutzte zwei davon kurz hintereinander zum Anschlusstreffer (63., 65.).

Positiv allerdings: Magdeburg wackelte zwar, fiel aber nicht um. Denn nach dem Doppelschlag der Karlsruher wurde Magdeburg wieder klarer in der Defensive, ohne alle Chancen verhindern zu können. So rettete der FCM die ersten drei Saisonpunkte, hat aber bis zum Pokalspiel gegen Eintracht Frankfurt am Samstag (20.45 Uhr, Sky/ARD) noch jede Menge Hausaufgaben.

Nach Schlusspfiff wurde es noch einmal dramatisch, denn Lawrence musste mit der Trage abtransportiert werden. Karlsruher Ordner improvisierten einen Sichtschutz, auch die gesamte Magdeburger Mannschaft stand um den am Boden liegenden 19-jährigen Innenverteidiger. Der Spieler habe Kreislaufprobleme gehabt und eine Infusion bekommen, berichtete Titz hinterher. Es gehe ihm wieder besser.

© dpa
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