Bekannte Schwächen: Magdeburg unterliegt auch St. Pauli

Aufsteiger 1. FC Magdeburg ist nach vier Spielen immer noch nicht in der zweiten Bundesliga angekommen. Auch beim FC St. Pauli kassierte Blau-Weiß zu leichte Gegentore und brachte nur kurz nach der Halbzeit Gefährliches zustande.
Sankt Paulis Trainer Timo Schultz (M) gestikuliert am Spielfeldrand. © Christian Charisius/dpa

Die zweite Bundesliga wird für Aufsteiger 1. FC Magdeburg langsam aber sicher eine frustrierende Erfahrung. Auch beim deutlichen 0:3 (0:2) gegen den FC St. Pauli am Sonntag fiel das frühe erste Gegentor zu einfach und machte den Spielplan von Trainer Christian Titz zunichte. Johannes Eggestein (3, 14.) und Marcel Hartel (77.) markierten die Treffer für die Hamburger. Insgesamt zeigten die Blau-Weißen vor allem in der ersten Hälfte ihre schwächste Saisonleistung.

«Es war in der ersten Halbzeit ein gebrauchter Tag und die schwächste Leistung, seit wir zusammen sind», sagte Titz. Die Bereitschaft, den Gegner anzulaufen, die Sprintbereitschaft, die Zweikampfbereitschaft seien nicht da gewesen. Das sei nach dem Wechsel besser gewesen. «Aber wenn du hier bestehen willst, musst du auch mal eine Chance nutzen», kritisierte Titz zusammenfassend.

Gleich fünf Veränderungen hatte er nach der Pleite gegen Holstein Kiel vorgenommen. Malcolm Cacutalua und Alexander Bittroff bildeten die Innenverteidigung, vorn agierte Kai Brünker als Mittelstürmer, Mohammed El Hankouri kehrte auf die rechte Außenbahn zurück und Leonardo Scienza ersetze Baris Atik, der seine Verletzung auskurieren soll.

Die neue Abwehrkette hatte allerdings keine Zeit sich einzuspielen. St. Pauli übte vom Start weg durch hohes Pressing Druck auf den FCM aus und nach drei Minuten schon kassierten die Magdeburger den Rückstand. Erst nachdem sich die Hausherren etwas fallen ließen, konnte der 1. FCM einige Spielanteile sammeln. Gefahr erzeugte aber weiterhin nur der Gastgeber - und erhöhte auf 0:2. Dabei hatte sich die FCM-Defensive komplett auf eine Seite ziehen lassen und dem rechten Flügel der Gastgeber viel zu viel Raum gegeben.

Auch nach dem zweiten Tor setzte sich das Spiel so fort, jegliches Magdeburger Selbstbewusstsein war im Keim erstickt - zahlreiche Abspielfehler und technische Unzulänglichkeiten waren die Folge. Wie in allen Saisonspielen bisher schaffte es der FCM vor allem im Mittelfeld zu selten, Bälle zu erobern und zu sichern. Konsequenz war die deutliche Überlegenheit der Gastgeber, die noch öfter hätten treffen können, während auf FCM-Seite lediglich eine Halbchance zu Buche stand. Erstmals in dieser Saison schien der Aufsteiger keine Chance auf Punkte zu haben.

In der Halbzeit wechselte Magdeburg dreifach und hätte danach ausgleichen können, doch Amara Condé (46.) und Moritz Broni Kwarteng (49.) scheiterten an Latte und Pfosten. Jetzt war zumindest kurzzeitig das Magdeburger Spiel der Vorsaison zu erkennen, doch die Gastgeber stellten sich rasch darauf ein und so blieb es letztlich bei einem Strohfeuer.

Schon am kommenden Freitag gegen die ebenfalls nicht gut gestartete Mannschaft von Hannover 96 muss der FCM viel besser machen, um endlich den zweiten Sieg der Saison einzufahren: Mehr Konsequenz in Abwehr und Angriff zeigen, aber vor allem über neunzig Minuten eine konstant gute Leistung abrufen.

© dpa
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