Parkanlagen fürchten wegen Trockenheit um ihre Existenz

Die anhaltende Trockenheit macht nicht nur Bauern zu schaffen. Auch in den Parkanlagen des Freistaates muss vorgesorgt werden, damit die Bäume keinen Schaden nehmen.
Ein Wassersprenger bewässert den Garten eines Reihenhauses. © Robert Michael/dpa/Symbolbild

Die staatlichen Parks in Sachsen bangen angesichts der Trockenheit um ihren wertvollen Baumbestand. «Wir stehen vor der größten, existenzgefährdenden Herausforderung für unsere historischen Parkanlagen. Entwickelt sich das Klima weiterhin so wie in den vergangenen Jahren, werden die seit Jahrhunderten gewachsenen Gartendenkmale nicht in der bisherigen Form zu halten sein», sagte Schlösserland-Direktor Christian Striefler der Deutschen Presse- Agentur.

«Die Bäume prägen im Wesentlichen das Bild unserer historischen Garten- und Parkanlagen. Mit dem Absterben der Bäume geht automatisch der Verlust historischer Substanz einher, ein Teil des kulturellen Erbes ist dann unwiederbringlich verloren», sagte Frithjof Pitzschel, der für Westsachsen zuständige Gartenbereichsleiter. Besonders stark betroffen seien der Große Garten in Dresden und die Schlossparks von Pillnitz und Moritzburg. Aber auch in anderen Anlagen wie dem Barockgarten Großsedlitz, dem Schlosspark Rammenau oder am Berg der Albrechtsburg Meißen gebe es Schäden und abgestorbene Bäume.

Als kurzfristige Gegenmaßnahme führt Pitzschel das verstärkte Wässern und Gießen in den Anlagen an. «Als Schutz vor Sonnenbrand auf der Rinde einer Farnblättrigen Buche im Schlosspark Pillnitz wurden einzelne Äste und der Stamm mit Schattenmatten abgedeckt. Wird die Rinde der Bäume durch große Trockenheit rissig, ist der Baum anfälliger für Krankheiten», erklärte der Experte. Um wie viel höher der Wasserverbrauch sei, lasse sich nicht sagen. «Das Wasser, mit dem unsere Gärten versorgt werden, stammt zum großen Teil aus Brunnen.»

Nach Darstellung des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie ist Sachsen besonders anfällig für Trockenheit. Grund: Der Freistaat liegt am Übergang von maritimem Klima im Westen zu kontinentalem Klima im Osten, also an der Grenze zwischen den feuchten atlantischen und den trockenen kontinentalen Luftmassen. «Daher ist der östliche Teil Sachsen deutlich niederschlagsärmer als der deutsche Durchschnitt. Der Klimawandel sorgt zusätzlich für eine Verschiebung der Luftmassengrenzen und führt zu einem stärkeren Einfluss der kontinentalen Luftmassen.»

Infolge ausbleibender Niederschläge, der starken Sonneneinstrahlung und des Windes nehme die Bodentrockenheit zu, die Grundwasserstände würden sinken und die Wasserführung in den Fließgewässern fallen, hieß es. «Das Niederschlagsdefizit beträgt in Sachsen seit 2018 circa 490 Millimeter. Damit fehlen seit 2018 etwa 70 Prozent eines Jahresniederschlags», hob Behördensprecherin Karin Bernhardt hervor.

Nach Angaben des Landesamtes unterschreiten derzeit etwa 87 Prozent der Messstellen den monatstypischen Grundwasserstand um durchschnittlich 38 Zentimeter. «Aktuell bewegen sich die Durchflüsse in den sächsischen Flüssen und Bächen an 69 Prozent der Messstellen im Niedrigwasserbereich, weitere 20 Prozent steuern darauf zu. Die aktuelle Situation in den sächsischen Fließgewässern ist vergleichbar mit der Situation in den Trockenjahren 2018 und 2019», hieß es.

© dpa
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