Kliniken und Pflegeheime in Sachsen auf Hitze vorbereitet

Die nächste sehr heiße Wetterphase kommt auf Sachsen zu. Tagelang Temperaturen über 30 Grad mit wenig Abkühlung in den Nächten. Das belastet viele Menschen. Pflegeheime und Krankenhäuser im Freistaat sind gerüstet.
Ein Schild weist auf die Notaufnahme eines Krankenhauses hin. © Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

Krankenhäuser und Pflegeheime in Sachsen sind nach Angaben der Betreiber gut für erneute sehr heiße Tage gerüstet. Gleichzeitig warnen die Einrichtungen vor den gesundheitlichen Folgen hoher Temperaturen. Schätzungen gehen jährlich von mehreren Hundert bis mehreren Tausend hitzebedingten Todesfällen in Deutschland aus, vor allem Ältere und Menschen mit chronischen Erkrankungen seien gefährdet, teilte die Arbeiterwohlfahrt mit. Zudem nehme für das Pflegepersonal die physische und psychische Belastung bei Hitze stark zu.

Bei der Caritas im Bistum Dresden-Meißen wurden Gemeinschaftsräume und Flure mit Klimageräten ausgestattet. Zudem lassen die Bewohnerinnen und Bewohner ihre Zimmertüren an sehr heißen Tagen offen, damit kühlere Luft in die Zimmer strömen kann. Gelüftet wird nachts oder in den frühen Morgenstunden, tagsüber bleiben die Fenster eher geschlossen.

Außerdem werden die Fenster durch Sonnenschutz verdunkelt und die Flüssigkeitsversorgung steht mehr im Fokus. Zudem wird auf leicht verdauliches Essen geachtet.

In der Notaufnahme am Uniklinikum Leipzig werden in den kommenden Tagen zwar mehr Patienten mit Hitzesymptomen erwartet. «Die Gesamtzahl wird sich aber nicht erhöhen, weil auch die Sommerferien in Sachsen beginnen», sagte der Leiter der Notaufnahme, André Greis. Daher sei auch keine Aufstockung des Personals geplant. «Wenn es eng wird, stocken wir aus anderen Klinikbereichen auf und reduzieren die stationären Aufnahmen und verschieben geplante Operationen - wie auch schon in den Hochzeiten der Coronawelle».

Durchschnittlich kommen täglich 100 Menschen in die Notaufnahme des Uniklinikums. Im Drei-Schicht-Betrieb versorgen bis zu fünf Ärzte, ein Oberarzt und bis zu acht Pflegekräfte die Patienten.

Generell gibt es laut Greis verschiedene Arten von Patienten, die von Hitzeperioden betroffen sind und notärztliche Hilfe benötigen. Neben älteren Menschen mit Vorerkrankungen sind es diejenigen, die unmittelbar der Sonne ausgesetzt sind und unter Sonnenbrand, Sonnenstich, Hitzeerschöpfung und Hitzeschlag leiden. «Aber es sind auch mehr Menschen bei dem guten Wetter unterwegs. Es wird gegrillt und mehr Alkohol getrunken, die Zahl der Unfälle auch in Gewässern nimmt zu».

Am Klinikum Sankt Georg in Leipzig ist trotz der wieder vermehrt auftretenden Corona-Fälle beim Klinikpersonal und der Sommerferien hinreichend Personal in der Notaufnahme vorhanden. «Alle Patienten können sehr gut versorgen werden», betonte eine Sprecherin auf Anfrage.

Insbesondere ältere Patienten dehydrieren bei mangelhafter Trinkmenge, was zu Bewusstseinsstörungen führen kann. Beim Arbeiten im Freien mit direkter Sonneneinstrahlung auf dem unbedecktem Kopf kann es zu Kopfschmerzen durch Reizung der Hirnhäute und des Gehirns kommen, einem Sonnenstich.

Ersthelfer sollten immer zuerst die Vitalfunktionen des Patienten kontrollieren. Ist ein Mensch ohne Bewusstsein und Atmung, dann ist eine Herzdruckmassage überlebensnotwendig. Zudem sollten umgehend professionelle Einsatzkräfte alarmiert werden.

© dpa
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