Lage in Waldbrandgebieten leicht entspannt

Brandeinsätze rund um die Uhr bis tief in die Nacht: Die akute Gefahr in den Waldbrandgebieten im Nationalpark Sächsische Schweiz und im Süden Brandenburgs für die Bevölkerung scheint gebannt. Entwarnung gibt es noch nicht.
Dunkle Rauchwolken über einem Waldbrand. © Jan Woitas/dpa

In den Waldbrandgebieten im Süden Brandenburgs und im Nationalpark Sächsische Schweiz geht der Kampf gegen die Flammen weiter, die Lage hat sich in der Nacht zu Mittwoch aber etwas entspannt. In beiden Gebieten sei die Ausbreitung des Feuers verhindert worden, hieß es auf Anfrage.

In zwei von fünf Brandgebieten sei die Lage nach wie vor angespannt, sagte der Sprecher des Landratsamtes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Thomas Kunz. «Das Gebiet ist zerklüftet und nicht leicht zu erreichen». Zudem erschwerten Totholz und die Witterung die Brandbekämpfung. In der Nacht hätten 148 Einsatzkräfte eine Ausweitung des Brandes verhindert. Dieser erstreckt sich derzeit auf etwa 250 Hektar. Nach einem Aufklärungsflug eines Polizeihubschraubers am Morgen sollte es eine erneute Lagebesprechung geben.

Auch im Süden Brandenburgs waren die Flammen etwas zurückgegangen, wie Thomas Trodler vom Führungsstab der Feuerwehr im Elbe-Elster-Kreis am Mittwochmorgen sagte. Noch immer sei eine Fläche von rund 850 Hektar betroffen, ein heißer Brand mit Flammen und Rauchentwicklung tobe allerdings nur noch auf einer Fläche von rund 500 Hektar. Insgesamt sechs Hubschrauber der Bundeswehr hatten seit Dienstag den Brand aus der Luft bekämpft, 440 Feuerwehrleute waren am Boden im Einsatz. «Bis Mitternacht ist einer der Hubschrauber Einsätze geflogen», erläuterte Trodler.

Besonders problematisch seien nach wie vor die Einsätze in zwei Abschnitten, in denen Munition im Boden vermutet werde. «Hier können die Feuerwehrleute aus Sicherheitsgründen nur von den Wegen aus den Brand bekämpfen». Zudem arbeitet ein Bergepanzer der Bundeswehr Schneisen in den Wald, auf denen dann andere Einsatzfahrzeuge sicher unterwegs sind.

Der Landesfeuerwehrverband bezeichnete das Feuer als größten Waldbrand in diesem Jahr in Brandenburg. Experten gehen davon aus, dass das Löschen aller Glutnester noch Tage, wenn nicht gar Wochen dauern könnte.

Im Nationalpark Sächsische Schweiz hatten 148 Einsatzkräfte eine Ausweitung des Brandes verhindert. Dieser erstreckt sich derzeit auf etwa 250 Hektar. Bis zum Dienstagabend hatten fünf Hubschrauber, darunter drei von der Bundeswehr, und Hunderte Feuerwehrleute das Feuer bekämpft. In einigen Gebieten ist die Wasserzufuhr problematisch - es müssen lange Schlauchleitungen aus der Elbe und der Kirnitzsch gelegt werden. Zudem wird das Löschwasser mittels Tankfahrzeugen in das Gebiet gebracht.

Das Feuer hatte am Montag vom Nationalpark Böhmische Schweiz in Tschechien auf den Nationalpark Sächsische Schweiz übergegriffen. In Bad Schandau in der Sächsischen Schweiz gilt seit Dienstag Katastrophenalarm. Touristen sollen das Gebiet meiden. Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge dürfen bis auf Weiteres die Wälder nicht mehr betreten werden. Wohngebiete waren zunächst nicht bedroht.

Unterdessen scheint das Wetter die Einsatzkräfte am Mittwoch zu unterstützen: Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Leipzig mitteilte, zieht am Vormittag Regen vom Vogtland langsam ostwärts und erreicht am Mittag das Erzgebirge und später auch die Sächsische Schweiz. Es lasse sich aber nicht sagen, wie ergiebig der Regen ausfalle, sagte der Meteorologe vom Dienst in Leipzig.

Im Süden Brandenburgs weht der Wind am Mittwoch laut DWD im Mittel schwach. Im Tagesverlauf könnten jedoch wieder Böen von bis zu 40 Stundenkilometern auftreten. «Regen ist aber bis Freitagabend nicht in Sicht», sagte die Meteorologin Helga Scheef.

© dpa ⁄ Sebastian Kramer, Silke Nauschütz und Birgit Zimmermann, dpa
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