Parteien blicken nach Landratswahlen auf nächste Runde

Nach der Wahl ist vor der Wahl: Am Tag nach den Landratswahlen steht bei den Parteien in Dresden der Blick auf die Wahlergebnisse an - und auf mögliche Bündnisse für zweite Runde.
Oberbürgermeister Dirk Hilbert. © Robert Michael/dpa

Nach den Landratswahlen blicken die Parteien an diesem Montag in Dresden auf die Wahlergebnisse und die anstehenden zweiten Wahlgänge. Angekündigt sind etwa Statements von CDU-Generalsekretär Alexander Dierks und AfD-Landeschef Jörg Urban. Das erwartete politische Beben war am Sonntag beim ersten Wahlgang ausgeblieben. Die AfD schnitt in den neun Landkreisen deutlich schlechter ab als erwartet und erreichte nirgends Platz 1. Drei Landkreisen verteidigte die CDU auf Anhieb. Auch in Dresden blieb eine Überraschung aus. Amtsinhaber Dirk Hilbert (FDP) schnitt am besten ab, muss sich im Juli aber noch einmal den Wählerinnen und Wählern stellen.

Im Landkreis Mittelsachsen, wo sich die AfD die meisten Chancen auf den bundesweit ersten Landratsposten ausgerechnet hatte, lag nach dem ersten Wahlgang der parteilose Kandidat Dirk Neubauer klar vor dem AfD-Bewerber Rolf Weigand. Dort wird am 3. Juli noch einmal gewählt. In Nordsachsen verteidigte Landrat Kai Emanuel sein Amt mit 62,9 Prozent der Stimmen. Im Landratsamt Pirna bleibt das christdemokratische Urgestein Michael Geisler Landrat - Geisler erhielt 54,3 Prozent der Stimmen und damit doppelt so viel wie AfD-Kandidat Ivo Teichmann (23,9 Prozent). Auf eine absolute Mehrheit kam auch Amtsinhaber Henry Graichen (CDU) im Landkreis Leipzig mit 69,9 Prozent der Stimmen.

In allen anderen Landkreisen außer Mittelsachsen und Meißen, wo nicht gewählt wurde, landete die CDU deutlich auf Platz 1, muss sich aber einem weiteren Wahlgang stellen. Anders als 2015 kam sie nicht auf Anhieb auf 50 Prozent der gültigen Stimmen.

Im Nachgang zur Wahl dürfte es nun um mögliche Bündnisse der Parteien gehen. Im Landkreis Görlitz, wo die AfD mit 35,5 Prozent der Stimmen der CDU (46,3 Prozent) vergleichsweise dicht auf den Fersen war, könnte sich der Fall von der Oberbürgermeister-Wahl von Görlitz 2019 wiederholen. Damals verzichteten Kandidaten auf einen neuerlichen Antritt in der zweiten Runde und verhinderten so den AfD-Mann Sebastian Wippel.

Auch in Dresden wurden am Sonntagabend erwartungsgemäß bereits Bündnisse geschmiedet. Die Wählerinnen und Wähler in der Landeshauptstadt müssen am 10. Juli noch einmal an die Wahlurne. Am Sonntag lag Amtsinhaber Dirk Hilbert mit 32,5 Prozent der Stimmen zwar deutlich vorn, für einen Sieg reichte es aber nicht. Hilbert tritt für das Bündnis «Unabhängige Bürger für Dresden» an. Es wird auch von der CDU unterstützt, die keinen eigenen Kandidaten aufstellte.

Linke, SPD und Grüne hatten schon zuvor vereinbart, den stärksten Kandidaten der drei Parteien im zweiten Wahlgang gemeinsam ins Rennen zu schicken. Demnach wird Grünen-Politikerin Eva Jähnigen gegen Hilbert antreten. Sie kam am Sonntagabend auf 18,9 Prozent, SPD- Innenexperte Albrecht Pallas auf 15,2 Prozent und Linken-Kandidat André Schollbach auf 10,3 Prozent.

Jähnigen und Pallas werteten das Abschneiden von Amtsinhaber Hilbert als Wunsch der Dresdner Wählerschaft nach einem Wechsel an der Spitze des Rathauses. Jähnigen sprach von einer Schlappe für Hilbert, der es trotz Unterstützung durch die CDU nicht geschafft habe, mehr Wählerinnen und Wähler zu überzeugen. Linke-Politiker Schollbach reihte sein Ergebnis in die mageren Resultate der Linken bei den jüngsten Wahlen in Sachsen ein. Sie machten deutlich, dass seine Partei ein neues Erscheinungsbild brauche, sagte er.

© dpa
Weitere News
Top News
Sport news
Weltmeisterschaft in China: Deutsches Tischtennis-Team hat Medaille sicher
Internet news & surftipps
Suchmaschine: Neeva macht Google mit werbefreier Suche Konkurrenz
People news
Schauspielerin: Iris Berben träumt von einer gerechteren Gesellschaft
People news
Filmdreh: Baldwin einigt sich mit Familie von getöteter Kamerafrau
Tv & kino
Neu im Kino: «The Woman King»: Schwarze Frauenpower mit Viola Davis
Internet news & surftipps
Social Media: Überraschende Wende: Elon Musk will Twitter nun doch kaufen
Internet news & surftipps
E-Commerce: Auch Onlinehandel leidet unter schlechter Konsumstimmung
Job & geld
Antrag rechtzeitig stellen: Einmaliger Bedarf: Hilfe bei Heizkostennachzahlung
Empfehlungen der Redaktion
Inland
Landratswahlen: CDU in Sachsen vorn - AfD schlechter als erwartet
Regional sachsen
Oberbürgermeister: OB-Wahl in Dresden: Merz wirbt für Amtsinhaber
Regional sachsen
Kommunalwahlen: Wahlbeteiligung für OB-Wahl in Dresden höher als 2015
Regional sachsen
Wahlen: Pallas will Grünen-Kandidatin Jähnigen unterstützen
Regional sachsen
Oberbürgermeisterwahl: Hilbert: «Ich werde um jede Stimme kämpfen»
Regional sachsen
Kommunalwahl: Hilbert erhält meiste Stimmen bei Oberbürgermeister-Wahl
Regional sachsen
Kommunalwahlen: Parteien ziehen nach Wahl Bilanz - AfD räumt Schwächen ein
Regional sachsen
OB-Wahl: Hilbert als Oberbürgermeister von Dresden wiedergewählt