Inflation auf langjährigem Höchststand

Hohe Preise nicht nur für Energie machen den Menschen in Sachsen immer mehr zu schaffen. Erstmals seit Anfang der 1990er Jahre hat die Inflation die Marke von 9 Prozent überschritten. Können die Bürger auf Entlastungen hoffen?
Lebensmittel liegen in einem Einkaufswagen in einem Supermarkt. © Fabian Sommer/dpa/Symbolbild

Vom Lebensmitteleinkauf über den Stopp an der Tankstelle bis zum Opernbesuch: Die Sachsen müssen im Alltag für viele Dinge mehr bezahlen. Was sie bisher schon schmerzlich im Portemonnaie gespürt haben, ist nun amtlich. Im September hat die Inflation einen langjährigen Höchststand erreicht. Sie kletterte von 7,3 Prozent im August auf nun 9,2 Prozent, wie das Statistische Landesamt am Donnerstag auf Basis vorläufiger Zahlen informierte. Höher lag die Jahresteuerungsrate zuletzt 1993. Angesichts dieses Trends wächst der Druck für finanziellen Entlastungen der Bürger.

Allein Nahrungsmittel waren im Vergleich zum Vorjahresmonat 19,3 Prozent teurer. «Das ist eine Entwicklung, die seit Beginn der Berechnungen des Verbraucherpreisindex in Sachsen so noch nicht festgestellt wurde», berichteten die Statistiker. Energie verteuerte sich um mehr als ein Drittel (34,1 Prozent). Preiserhöhungen gab es auch in vielen anderen Bereichen, etwa bei Bekleidung und Schuhen, Opern- und Theaterbesuchen bis hin zu Kursen der Volkshochschulen.

Auch das Ende von Tankrabatt und 9-Euro-Ticket schlug im September deutlich zu Buche. Im Vergleich zu August verteuerten sich Kraftstoffe demnach um 12,3 Prozent. Für Zugfahrten musste im Schnitt 12,5 Prozent mehr als im Vormonat gezahlt werden, die Preise im öffentlichen Personennahverkehr zogen gar um 183,7 Prozent an. Neben dem Auslaufen des 9-Euro-Tickets machen sich hierbei Tariferhöhungen der Verkehrsunternehmen bemerkbar.

Vor diesem Hintergrund forderte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) mehr Tempo bei Entlastungen. «Der Bund muss jetzt liefern und den Energiepreisdeckel für Strom und Gas zügig umsetzen», erklärte Landeschef Markus Schlimbach. «Der Grundbedarf muss für alle bezahlbar bleiben.» Außerdem fordert der DGB eine Soforthilfe von 500 Euro für alle Beschäftigten sowie Empfänger von Grundsicherung und anderen Sozialleistungen, Rentner, Studenten und Lehrlinge sowie 100 Euro für jedes Kind. «Der Freistaat Sachsen muss einen Notfallfonds für Bürgerinnen und Bürger sowie für Unternehmen auflegen.»

Derweil hat sich die Stimmung in der ostdeutschen Wirtschaft drastisch verschlechtert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex für die regionale Wirtschaft fiel im September auf 85,2 Punkte, nach 90,9 Punkten im August, wie die Dresdner Niederlassung des Ifo-Instituts mitteilte. Das sei der niedrigste Wert seit Mai 2020. Sowohl Lageeinschätzung als auch Ausblick waren den Angaben nach steil abwärtsgerichtet. Das Ifo-Geschäftsklima Ostdeutschland basiert auf etwa 1700 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Dienstleistungssektors, des Handels und des Bauhauptgewerbes.

© dpa
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