Unstrut und Elbe: Riege der Spitzenweingüter erweitert sich

Der Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) hat sich im Osten erweitert. Neu aufgenommen wurden das Weingut Böhme & Töchter in Gleina an der Unstrut sowie das Weingut Martin Schwarz in Meißen an der Elbe, wie der Verband in Mainz mitteilte. Mit der ersten Aufnahme neuer Mitglieder in diesem Jahr zählt der VDP damit 202 Betriebe. Mit seinen Vorgaben zur Produktion und einer Pyramide von Qualitätsstufen übt der VDP erhebliche Wirkung auf die gesamte Branche aus und beeinflusste zuletzt auch die Neufassung des deutschen Weinrechts.
Das Winzerpaar Grit Geißler und Martin Schwarz sitzt auf einer Mauer ihres Weinguts. © -/Weingut Martin Schwarz/dpa

Das Anbaugebiet Sachsen hat damit jetzt drei VDP-Weingüter, in Saale-Unstrut sind es vier. Die Region mit den meisten Verbandsmitgliedern ist der Rheingau, dort sind es 32. Danach folgen das Anbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer mit 31 Betrieben. 28 sind es in Franken und 27 in der Pfalz. Danach folgen Baden mit 20 und das größte deutsche Weinanbaugebiet Rheinhessen mit 19 VDP-Mitgliedern.

Sachsen habe in den vergangenen 20 Jahren beim Weinanbau sehr von der Klimaerwärmung profitiert, sagte Winzer Martin Schwarz im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Als er 1996 beim VDP-Weingut Schloss Proschwitz angefangen habe, «war das ein ganz furchtbares Jahr - da sind die Trauben überhaupt nicht richtig reif geworden». In diesem Jahr sei das kein Thema mehr, dafür erlebe Sachsen die bisher größte Trockenheit.

«Insgesamt profitieren wir in Sachsen durchaus von der Klimaverschiebung», sagte Schwarz. Bei Radebeul habe er einen 100 Jahre lang bewaldeten Steilhang wieder mit Reben bepflanzt, mit Spätburgunder, Riesling und Chardonnay. Und im Vergleich zu wärmeren Regionen wie Baden seien in Sachsen noch leichtere Weine, also mit geringerem Alkoholgehalt, und mit mehr animierender Säure möglich.

Mit der Aufnahme in den VDP will Schwarz, der den eigenen Betrieb zusammen mit Grit Geißler aufgebaut hat, auch das erste Große Gewächs produzieren, das ist die Spitze in der Qualitätenpyramide des Verbands. Wenn alles passt, könnte das schon der 2022er in der Lage Meißner Kapitelberg werden. «Die Aufnahme in den VDP ist eine besondere Anerkennung der eigenen Arbeit», sagte der Winzer. «Aber ich freue mich auch, wenn damit der sächsische Wein noch bekannter wird und nach außen getragen wird.»

© dpa
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