Traditioneller Dresdner Striezelmarkt ohne Riesenstollen

Der traditionsreiche Dresdner Striezelmarkt steht vor Veränderungen. Dass es auf dem diesjährigen Stollenfest keinen Riesenstriezel mehr gibt, ist jedoch keine Sparmaßnahme, sondern eine bewusste Entscheidung für ein altes Fest in neuer Form.
Ein festlich geschmückter Baum steht auf einem Weihnachtsmarkt. © Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

Nachdem der traditionelle Dresdner Striezelmarkt in den vergangenen zwei Jahren coronabedingt nicht stattfinden konnte, können sich Weihnachtsfans in diesem Jahr auf die 588. Ausgabe freuen. Allerdings soll eines der Highlights - das Stollenfest - neu gedacht werden. «Wir haben uns gefragt, ob dieses immer weiter, höher, besser wirklich gut ist, und dann für ein bewusstes Umdenken entschieden», sagte Bäckermeister Andreas Wippler, der mit seinem Betrieb Teil des Schutzverbands Dresdner Stollen ist. Deshalb werde es in diesem Jahr keinen Riesenstollen geben - jedoch nicht, weil die Kosten steigen, betonte Wippler.

Zum offiziellen Beginn der Stollensaison waren am Mittwoch zahlreiche Stollenbäcker mit Standarte und Christstollen vom Georgentor zum Fürstenzug in Dresden gezogen. Die Veränderung des jedes Jahr gut besuchten Stollenfests habe praktische Gründe, sagte Wippler. So habe sich der Verband bereits vor zwei Jahren dazu entschieden, auf dem Fest keine Pferde mehr einsetzen zu wollen. «Für uns als Veranstalter steht da vor allem das Sicherheitsrisiko im Vordergrund.» Außerdem habe der Wagen, auf dem der Riesenstriezel sonst immer präsentiert und geschnitten wurde, keinen TÜV mehr. Besucherinnen und Besucher müssten sich jedoch keine Sorgen machen, so der Dresdner Bäcker: «Nach 26 Jahren wird es anders, ja - aber nicht schlechter.»

Der Striezelmarkt soll zwischen dem 23. November und dem 24. Dezember stattfinden. Das Stollenfest ist für den 3. Dezember geplant. Mit einem neuen Konzept wolle sich der Verband frei machen und neues, zeitgemäßes Denken ermöglichen: «Zum Beispiel hat uns die Corona-Pandemie gezeigt, dass so ein Riesenstollen allein aus Hygienegesichtspunkten problematisch ist», sagte Wippler. Die circa 100 Mitglieder des Verbandes hätten lang genug gezeigt, dass sie den übergroßen Stollen backen können. In diesem Jahr werde es nun alternativ 588 1-Kilo-Stollen geben, deren Erlös - wie immer - für einen gute Zweck gespendet werde.

Dennoch haben steigende Kosten für Energie und Lebensmittel einen Einfluss auf die Preise für das weihnachtliche Traditionsgebäck, sagte Wippler. «Vor allem die Preise für Butter und Zucker sind enorm gestiegen, Zucker kostet momentan das doppelte.» Deshalb müssten Kundinnen und Kunden mit 25 Prozent Mehrkosten rechnen, so die Prognose des Bäckers. «Vorheriges Jahr waren wir bei 16 bis 22 Euro pro Kilo.»

Der Verkauf sei zu Beginn der Stollen-Saison gut angelaufen. Bis zum Heiligen Abend liegt das Gebäck im Verkauf der Bäckereien und Konditoreien. Wippler hoffe, dass Liebhaberinnen und Liebhaber trotz der Krise Geld für das Highlight auf dem Kaffeetisch ausgeben. «Eine wichtige Rolle spielt dabei auch das Wetter», fügte er hinzu. Momentan sei es noch zu warm, um an Stollen zu denken. «Das wird sich aber ganz sicher bald ändern.»

© dpa
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